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Fußball · ab · akt. · 8 Quellen

Türkisches Gericht nimmt Schiedsrichterchef Ferhat Gündoğdu in Untersuchungshaft

Ein Istanbuler Gericht hat den Präsidenten des Zentralen Schiedsrichterausschusses, Ferhat Gündoğdu, und vier weitere Funktionäre wegen des Verdachts der Manipulation von Schiedsrichteransetzungen, Prüfungsergebnissen und offiziellen Dokumenten in Untersuchungshaft genommen.

Gericht ordnet Untersuchungshaft für Schiedsrichterführung an

Ein Istanbuler Gericht hat Ferhat Gündoğdu, den Präsidenten des Zentralen Schiedsrichterausschusses (MHK), und vier weitere Fußballfunktionäre am Samstag in Untersuchungshaft genommen. Die Entscheidung folgte auf Gerichtsverhandlungen im Justizgebäude Çağlayan in Istanbul am Freitag, bei denen sieben Verdächtige nach Polizeieinsätzen in vier Provinzen am Dienstag einem Richter vorgeführt wurden. Das Gericht erließ Haftbefehle gegen Gündoğdu, den Präsidenten des Verbands aktiver Schiedsrichter F.K., den Organisationsleiter der Istanbuler Zweigstelle A.S., das ehemalige MHK-Mitglied Y.Y. und den Vorsitzenden des Provinzschiedsrichterausschusses Istanbul E.K. Zwei weitere Funktionäre, der ehemalige MHK-Vizepräsident A.Ş. und der regionale Ausbildungsbeauftragte S.Ş., wurden unter richterlicher Kontrolle mit Ausreiseverbot freigelassen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Funktionären Urkundenfälschung, Untreue, die unrechtmäßige Erlangung personenbezogener Daten und Mobbing am Arbeitsplatz vor.

Umfang der Ermittlungen zu Schiedsrichteransetzungen und Prüfungen

Die von der Abteilung für illegales Wetten und Sportkriminalität der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft geführten Ermittlungen konzentrieren sich auf Vorwürfe betrügerischer Manipulationen bei Schiedsrichterbewertungen und Spielansetzungen. Die Ermittler prüfen Eingriffe in Einstufungslisten, Spielansetzungen, Leistungsbewertungsmetriken und offizielle Regelprüfungen für Spieloffizielle. Einsatzkräfte durchsuchten Wohnungen, Arbeitsplätze und Firmenbüros in Istanbul und Ankara, darunter das Kontrollzentrum für den Videoassistenten (VAR) im Hauptsitz des Türkischen Fußballverbands. In der Nacht zum Donnerstag nahmen spezialisierte Sportkriminalitätsbeamte zudem den Süper-Lig-Schiedsrichter Yasin Kol und einen Assistenten fest. Der türkische Justizminister Akın Gürlek gab die Einsätze in den sozialen Medien bekannt und betonte, dass administratives Fehlverhalten die Integrität des Wettbewerbs untergrabe.

Fairer Wettbewerb auf dem Platz und die unparteiische, transparente Durchführung der Schiedsrichterprozesse bilden die Grundlage des Vertrauens in den Fußball.

— Akın Gürlek
Zeitleiste der türkischen Schiedsrichter-Korruptionsermittlungen
DienstagPolizei nimmt Ferhat Gündoğdu und sechs Schiedsrichterfunktionäre bei Razzien in vier Provinzen fest
DonnerstagPolizei nimmt Schiedsrichter Yasin Kol fest, und der TFF verweist 448 Vereinsfunktionäre an den Disziplinarausschuss
FreitagSieben festgenommene Funktionäre erscheinen vor einem Richter im Istanbuler Justizgebäude Çağlayan
SamstagGericht ordnet Untersuchungshaft für Gündoğdu und vier weitere an und lässt zwei unter Ausreiseverbot frei

Massenhafte Disziplinarverfahren gegen Spitzenklubs

Parallel zum Strafverfahren verwies der Türkische Fußballverband am Donnerstag 448 Vereinsfunktionäre an seinen Disziplinarausschuss. Die Verweisungen umfassen Dutzende Führungskräfte und Vertreter der prominentesten Vereine des Landes, darunter den Präsidenten von Trabzonspor und den Vizepräsidenten von Beşiktaş. Der Fall betrifft auch mehrere aktuelle und ehemalige Funktionäre von Galatasaray sowie drei ehemalige Vertreter von Fenerbahçe. Der Verband handelte, während seine Führung sich darauf vorbereitete, am Samstag in die Türkei zurückzukehren, nachdem die Nationalmannschaft am Freitagabend in Lüttich 0:3 gegen Belgien verloren hatte.

Hintergrund der landesweiten Razzia gegen Fußballwetten

Die Gerichtsbeschlüsse folgen auf frühere Wettuntersuchungen, die zur Sperrung von 149 Schiedsrichtern und Assistenten für Zeiträume von 8 bis 12 Monaten führten. Daten staatlicher Stellen zeigten, dass 371 von 571 aktiven Profischiedsrichtern Konten bei Wettanbietern unterhielten, wobei 152 aktiv auf Fußballspiele wetteten, darunter 7 Erstliga-Schiedsrichter und 15 Erstliga-Assistenten. Im November erließ die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen 21 Personen, darunter 17 Schiedsrichter, den Präsidenten von Eyüpspor und den ehemaligen Galatasaray-Vizepräsidenten Erden Timur. Die umfassendere Wettuntersuchung prüfte zudem rund 3.700 Fußballspieler in türkischen Ligen, übermittelte Disziplinarakten für 1.024 Spieler an die Behörden und führte zu Sperren für 25 Erstligaspieler und fast 1.000 Athleten unterer Ligen. Erste Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft deuten darauf hin, dass keine direkte Verbindung zwischen der früheren Wettuntersuchung und den aktuellen Vorwürfen der Ansetzungsmanipulation besteht.

Kennzahlen der türkischen Schiedsrichter-Wettuntersuchung
Schiedsrichter
Geprüfte aktive Profischiedsrichter571
Schiedsrichter mit Wettkonten371
Schiedsrichter, die aktiv wetten152
Vom TFF gesperrte Schiedsrichter149
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Quellen