Trump verhängt Zölle von 10-12,5% auf 60 Nationen wegen Zwangsarbeit und ersetzt auslaufende globale Abgaben
Die USA werden Abgaben von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe aus 60 Ländern erheben, die 99 Prozent der US-Importe ausmachen, genau zu dem Zeitpunkt, an dem die befristeten 10-Prozent-Weltzölle um Mitternacht auslaufen.
Hintergrund
Die Trump-Administration hat eine neue Runde von Zöllen auf Importe aus 60 Ländern verhängt, nur wenige Stunden vor dem Auslaufen der befristeten 10-Prozent-Weltzölle. Die vorherigen Zölle, die am 24. Februar gemäß Section 122 des Trade Act von 1974 eingeführt wurden, waren eine Übergangslösung, nachdem der Oberste Gerichtshof im Februar weitergehende Zölle, die unter dem International Emergency Economic Powers Act verhängt worden waren, für ungültig erklärt hatte. Das Gericht entschied, dass IEEPA solche Zölle nicht erlaubt, was die Regierung zwang, Importeuren Rückerstattungen zu gewähren. Die befristete 10-Prozent-Abgabe hatte eine maximale Laufzeit von 150 Tagen und sollte um Mitternacht auslaufen.
Details zu den neuen Zöllen
Die neuen Zölle, die bei 10 oder 12,5 Prozent liegen, treten um Mitternacht US-Ostküstenzeit am Freitag (06:01 Mitteleuropäischer Zeit) in Kraft. Sie decken 99,4 Prozent aller US-Importe ab, so das Büro des US-Handelsbeauftragten. Die Europäische Union sieht sich einem gemeinsamen Zollsatz von 10 Prozent gegenüber, während die Schweiz allgemein dem höheren Satz von 12,5 Prozent unterliegt, wobei Ausnahmen für bestimmte Produkte gelten. Weitere betroffene Volkswirtschaften sind Japan, Taiwan, Indien, Südkorea, Kanada, das Vereinigte Königreich, Mexiko, Guatemala, Honduras, El Salvador, Costa Rica, Panama und die Dominikanische Republik. Für einige Partner variiert der Satz je nach Produkt. China, das bereits höheren spezifischen Zöllen ausgesetzt ist, steht nicht auf der neuen Liste. Ausnahmen umfassen Stahl, Aluminium, Öl, Gas und bereits auf Schiffe verladenen Waren. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer sagte, die Maßnahme adressiere sowohl eine Menschenrechtsverletzung als auch eine verzerrende Handelspraxis.
Die Vereinigten Staaten haben seit fast einem Jahrhundert ein Importverbot für Zwangsarbeit und setzen es rigoros durch; es ist höchste Zeit, dass unsere Handelspartner dasselbe tun.
Rechtsgrundlage und Untersuchung
Die Zölle werden gemäß Section 301 des Trade Act von 1974 verhängt, die Maßnahmen gegen „ungerechtfertigte, unangemessene oder diskriminierende" Handelspraktiken erlaubt. Das Büro des US-Handelsbeauftragten leitete im März eine Untersuchung ein, die über 1.600 schriftliche Stellungnahmen und Aussagen von mehr als 100 Zeugen erhielt. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass 60 Handelspartner Verbote von Waren aus Zwangsarbeit unzureichend durchsetzen. Anders als die befristeten Section-122-Zölle haben Section-301-Zölle in der Vergangenheit gerichtliche Anfechtungen überstanden, einschließlich derer, die während Trumps erster Amtszeit gegen China verhängt wurden. Die Regierung argumentiert, dass die neue Rechtsgrundlage haltbarer sei.
Reaktionen und Kritik
Das Center for American Progress, eine Denkfabrik in Washington, bezeichnete die Zollpolitik der Trump-Administration als „beispiellos und chaotisch" und argumentierte, sie habe der US-Wirtschaft schweren Schaden zugefügt. Ryan Mulholland, ein Senior Fellow des Zentrums, sagte, die Zölle hätten „weder zu neuen Handelsabkommen noch zu einem besseren Marktzugang für amerikanische Exporteure geführt." Die Schweiz hat die Zwangsarbeitsvorwürfe zurückgewiesen, und der Schweizer Bundesrat Guy Parmelin bekräftigte während eines Besuchs in Washington Ende Juni ein bilaterales Memorandum of Understanding. Die USA-Korrespondentin Barbara Colpi merkte an, dass Klagen gegen die neuen Zölle erwartet werden, was die Angelegenheit möglicherweise zurück zum Obersten Gerichtshof bringen könnte.
Sie führten weder zu neuen Handelsabkommen noch zu einem besseren Marktzugang für amerikanische Exporteure.
Was als Nächstes kommt
Das Büro des US-Handelsbeauftragten führt auch eine separate Untersuchung durch, ob 16 Länder, die 70 Prozent der US-Importe ausmachen, Waren überproduziert haben, was die Preise drückt und US-Unternehmen benachteiligt. Diese Untersuchung könnte zu zusätzlichen Zöllen führen. Die Regierung hat diese Untersuchung noch nicht abgeschlossen.
| Februar 2025 | Oberster Gerichtshof kippt IEEPA-Zölle, erzwingt Rückerstattungen. |
|---|---|
| 24. Februar 2025 | Trump verhängt 10%-Weltzölle gemäß Section 122 des Trade Act. |
| März 2025 | USTR leitet Section-301-Untersuchung zur Durchsetzung von Zwangsarbeitsverboten ein. |
| 24. Juli 2026 | Neue Zölle von 10-12,5% treten in Kraft; befristete 10%-Zölle laufen aus. |
| Volkswirtschaften | |
|---|---|
| 10% | 17 |
| 12,5% | 43 |
Quellen
- What to know about Trump's new tariffs on more than 80 countries
The Guardian · 24. Juli - Zollkonflikt: Kurz vor Fristende: Trump findet neues Schlupfloch für Zölle
Handelsblatt · 24. Juli - Kurz vor Fristende: Trump findet neues Schlupfloch für Zölle
DIE WELT · 24. Juli - Zollkonflikt: Kurz vor Fristende: Trump findet neues Schlupfloch für Zölle
Der Tagesspiegel · 24. Juli - Zollkonflikt: Kurz vor Fristende: Trump findet neues Schlupfloch für Zölle
ZEIT ONLINE · 24. Juli - Trump imposes new double-digit tariffs on dozens of countries
Al Jazeera Online · 24. Juli - 10 oder 12.5 Prozent - Neue US-Zölle gegen Handelspartner - das ist bekannt
SRF News · 24. Juli - Trump impone aranceles de hasta el 12,5 % a 60 países por no combatir el trabajo forzoso
20 minutos · 24. Juli