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Bodycam-Aufnahmen zeigen Kontakt mit einer anderen Person, bevor die Polizei Abderrahim Fakir in Bologna überwältigte

Die Aufnahmen, aufgezeichnet kurz nach 12 Uhr am 19. Juli, zeigen die Hände der Beamten an Fakir und einem weiteren Mann, bevor der 42-jährige Marokkaner überwältigt, mit Pfefferspray besprüht und gefesselt wurde. Er starb nach Wiederbelebungsversuchen, während er noch gefesselt war.

Der Tag des Einsatzes

Am Sonntag, den 19. Juli 2026, wurde Abderrahim Fakir, ein 42-jähriger Marokkaner, der in der Gegend von Bologna lebte, in der Via Svevo im Bologneser Stadtteil Pilastro barfuß und in offensichtlicher Verwirrung gesehen. Von Anwohnern gedrehte und später von der Staatsanwaltschaft sichergestellte Videos zeigen ihn auf dem Asphalt neben einer Treppe liegend, schreiend und um sich schlagend. Kein Passant griff ein. Die Polizei traf kurz nach 12 Uhr ein und wartete Berichten zufolge zwischen 30 und 40 Minuten, um ihn verbal zu beruhigen. Die Situation änderte sich, als Fakir sich angeblich gegen ein vorbeifahrendes Auto warf. Daraufhin überwältigten ihn die beiden Beamten, sprühten aus nächster Nähe Pfefferspray und fesselten seine Hände auf dem Rücken sowie seine Knöchel. Er verlor das Bewusstsein und wurde trotz Wiederbelebungsversuchen von Freiwilligen des Roten Kreuzes vor 13 Uhr für tot erklärt.

Bodycam-Aufnahmen und die Verteidigung der Polizei

Eine private Bodycam eines der Beamten zeichnete die gesamte Sequenz auf. Die Aufnahmen, die von Tg1 ausgestrahlt wurden, zeigen die Hände der Beamten sowohl an Fakir als auch an einem anderen Mann in einem weißen Hemd, mit dem er in Kontakt gekommen war. Gabriele Bordoni, der Anwalt der beiden Beamten, argumentierte, dass dieser Kontakt das körperliche Eingreifen rechtfertige.

Es gibt einen Moment des Kontakts mit anderen Personen, die sich in der Nähe eines Autos befanden und mit ihm in Kontakt kommen. An diesem Punkt ist klar, dass die Polizei eingreifen und diese Situation lösen muss.

— Gabriele Bordoni

Bordoni enthüllte auch, dass die Beamten sofort den Notruf 118 anriefen und einen Krankenwagen mit einem Arzt für eine Person in „psychischer Krise“ anforderten, die Leitstelle jedoch antwortete, dass kein Arzt verfügbar sei. Das aufgezeichnete Gespräch wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Die Verteidigung hat eine Kopie des Bodycam-Videos eingesehen und behalten, da es dem Beamten gehört; die Familie des Opfers hat ebenfalls Zugang beantragt.

Empörung der Familie und das Wiederbelebungsvideo

Fakirs Angehörige forderten Rechenschaft. Seine Nichte Yossra Fakir gab eine Erklärung ab, in der sie Transparenz forderte.

Abderrahim Fakir war ein guter Mensch, und sein Leben hatte einen Wert. Wir bitten um vollständige Aufklärung des Geschehenen. Wir bitten um Klarheit, Wahrheit, Gerechtigkeit. Wir werden nicht schweigen, sondern weiterhin von dem Menschen erzählen, der er war, seinen Namen verteidigen und sein Andenken bewahren, denn er verdient Respekt, Wahrheit und Gerechtigkeit und vor allem Menschlichkeit.

— Yossra Fakir

Seine Frau sagte in einem Interview mit dem marokkanischen Fernsehen ChoufTV: „Sie haben ihn hingerichtet. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ein schreckliches Verbrechen. Heute ist es ihm passiert, morgen könnte es unseren Kindern passieren.“ Ein separates 1 Minute und 14 Sekunden langes Video, das vom Anwaltsteam der Familie zur Verfügung gestellt wurde, zeigt den Wiederbelebungsversuch: Fakir liegt auf dem Boden, immer noch an den Knöcheln gefesselt und mit auf dem Rücken gefesselten Armen, während vier Rettungskräfte des Roten Kreuzes Herzdruckmassage und Beatmung durchführen, mit angeschlossenen Defibrillator-Elektroden. Fabio Anselmo, der Anwalt der Familie, verurteilte die Szene.

Sein Gesicht ist blutig und hat dunkelbraune Flecken von dem aus nächster Nähe versprühten Pfefferspray. Die Wiederbelebung findet statt, während er noch gefesselt ist: Das ist nicht zulässig, denn die Beamten hätten ihn befreien müssen.

— Fabio Anselmo

Ermittlungen und nächste Schritte

Die Staatsanwaltschaft Bologna unter der Leitung von Paolo Guido mit den Staatsanwälten Francesca Arienti und Domenico Ambrosino hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Die für Freitag, den 24. Juli, angesetzte Autopsie soll die Todesursache, die Herkunft der Verletzungen und die Frage klären, ob die Wiederbelebungsmaßnahmen korrekt durchgeführt wurden. Die Ermittler haben auch Fakirs Krankenakte sichergestellt, darunter ein Besuch in der Notaufnahme am 20. Juni wegen einer psychiatrischen Episode mit selbst zugefügten Schnittwunden am Handgelenk. Die Bodycam-Aufzeichnung, die Videos der Anwohner und das Protokoll des 118-Notrufs bilden den Kern der Beweise.

Zeitstrahl des Polizeieinsatzes am 19. Juli 2026
Kurz nach 12 UhrDie Bodycam der Polizei beginnt mit der Aufzeichnung; die Beamten haben ihre Hände auf Fakir und einem weiteren Mann in einem weißen Hemd.
Nach 30–40 MinutenFakir stürzt sich auf ein vorbeifahrendes Auto; die Beamten überwältigen ihn, sprühen Pfefferspray aus nächster Nähe und fesseln seine Hände und Füße.
Fesselung und PfeffersprayFakir wird am Boden fixiert; das Pfefferspray hinterlässt dunkelbraune Flecken im Gesicht.
WiederbelebungsversuchRettungskräfte des Roten Kreuzes führen Herzdruckmassage und Beatmung durch, während Fakir weiterhin gefesselt ist; Defibrillator-Elektroden werden angebracht.
Vor 13:00 UhrFakir wird noch am Einsatzort für tot erklärt.
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Quellen