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Verdächtiger nach Schüssen in Trappes in psychiatrische Betreuung verlegt; Tests finden Cannabis und Kokain

Ein 39-Jähriger, der verdächtigt wird, in Trappes und La Verrière einen 26-jährigen Mann getötet und weitere Menschen verletzt zu haben, wurde am Sonntag, 25. Oktober, aus dem Polizeigewahrsam entlassen, um psychiatrisch untersucht zu werden.

Schüsse in Trappes und La Verrière

Am Freitag, 23. Oktober 2026, eröffnete ein Mann aus seinem Auto heraus das Feuer in Trappes und La Verrière, zwei Gemeinden im Département Yvelines westlich von Paris. Als Beginn des Angriffs nennen die Berichte etwa 10:00 Uhr (RTBF) oder 10:30 Uhr (BFMTV). Er feuerte Salven aus einer automatischen Waffe auf Menschen auf der Straße und tötete einen 26-jährigen Mann afrikanischer Herkunft. Fünf Menschen wurden verletzt, so Le Monde, RTBF und ZEIT, während BFMTV von vier Verletzten ausgeht. Unter den Verletzten ist ein zwölfjähriges Mädchen, das von acht Kugeln getroffen wurde und sich nach Angaben der Pnat am Samstag noch in absoluter Lebensgefahr befand.

Festnahme und Hintergrund des Verdächtigen

Der Verdächtige, ein 39-jähriger Mann, wurde kurz darauf in Coignières, einer weiteren Gemeinde im Yvelines, von Beamten der Brigade anti-criminalité festgenommen. BFMTV berichtet, er stehe nicht in der französischen S-Datei, doch die Pnat bezeichne ihn als polizeilich und justiziell bekannt, mit vier früheren Verurteilungen wegen gewöhnlicher Delikte. Er wurde in Saint-Cyr-l'École geboren und lebte in Plaisir, einer Nachbargemeinde von Trappes. Die Beamten fanden in seinem Auto eine Maschinenpistole vom Typ Sten und eine Tränengasgranate; der Anwalt der Familie erklärte, der Verdächtige habe offenbar über Kriegswaffen verfügt.

Ermittlungen, Sprengfalle und mutmaßliches Motiv

Die Pnat eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Unternehmen, mit dem erschwerenden Umstand, dass die Taten wegen der tatsächlichen oder vermuteten Rasse, ethnischen Herkunft, Nationalität oder Religion der Opfer begangen wurden. In seiner Wohnung in Plaisir fanden die Beamten drei Gasflaschen, die mit Elektrokabeln und einem Zeitzünder verdrahtet waren, und Spezialisten wurden hinzugezogen, um die Räume zu sichern. Die Ermittler berichteten zudem, eine Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“, einen Koran und eine Bibel gefunden zu haben, und sie prüfen, ob er Kontakte in rechtsextreme Kreise hatte. Le Monde berichtet, er habe den ersten Ermittlern gesagt, er habe sich an Ladenbesitzern rächen wollen, die bei den Protesten vom 17. Oktober in Frankreich geplündert worden seien, und er habe Schwarze und Araber als Ziele ausgewählt. Die Ermittler untersuchen nun seine elektronischen Geräte, und laut Le Monde hat er offenbar allein gehandelt.

Wichtige Etappen im Fall der Schüsse von Trappes, 23. bis 25. Oktober 2026
23. Okt. 10:00Beginn der Schüsse in Trappes (RTBF nennt 10:00 Uhr, BFMTV 10:30 Uhr)
23. Okt. Verdächtiger in Coignières von Beamten der Brigade anti-criminalité festgenommen
24. Okt. Gewahrsam verlängert; in der Wohnung in Plaisir sollen „Mein Kampf“, ein Koran und eine Bibel gefunden worden sein
25. Okt. Gewahrsam für psychiatrische Untersuchung aufgehoben; Verdächtiger in psychiatrische Betreuung überstellt

Gewahrsam aufgehoben und Toxikologie

Am Samstag wurde sein Polizeigewahrsam nach einer ersten Anhörung verlängert. Die Pnat begründete die Entscheidung mit diesen Worten:

sein Gesundheitszustand sei mit dieser Maßnahme vereinbar befunden worden

— Pnat

Bluttests zeigten Cannabis und Kokain in seinem Blut, so die Pnat. Am Sonntagmorgen wurde der Gewahrsam nach einer psychiatrischen Untersuchung aufgehoben, und er wurde in psychiatrische Betreuung überstellt. Vier Personen aus seiner Familie und seinem Umfeld wurden in Gewahrsam genommen. Eine AFP-Quelle aus dem Umfeld des Falls sagte, seine Eltern seien darunter, was die Staatsanwaltschaft jedoch nicht bestätigt habe.

Reaktionen und offene Fragen

Emmanuel Macron bezeichnete den Angriff am Freitag als rassistischen Terroranschlag und besuchte später Trappes. Am Samstag versammelten sich Hunderte Menschen in der Gemeinde, um des 26-jährigen Opfers zu gedenken. Der Anwalt der Familie erklärte, es müsse geklärt werden, ob die Behörden versagt hätten, da der Verdächtige polizeilich und justiziell bekannt gewesen sei und offenbar über Kriegswaffen verfügt habe. Diese Frage steht neben den laufenden Ermittlungen zu möglichen Kontakten des Verdächtigen in die rechtsextreme Szene und zu seinen elektronischen Geräten.

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Quellen