Polnischer Vize-Klimaminister Mikołaj Dorożała tritt wegen politischer Differenzen zurück
Polens Generalnaturschützer und Vize-Klimaminister Mikołaj Dorożała ist am Freitag nach politischen Differenzen mit Ministerin Paulina Hennig-Kloska zurückgetreten. Der Abgeordnete Sławomir Ćwik soll ihm nachfolgen.
Rücktritt des Vize-Klimaministers
Am 4. September 2026 trat Mikołaj Dorożała von seinen Ämtern als Vize-Minister für Klima und Umwelt und Generalnaturschützer zurück. Ministeriumssprecher Marek Pogorzelski bestätigte den Rücktritt am Freitagnachmittag nach Dorożała's Ankündigung in den sozialen Medien. Dorożała hatte beide Positionen seit 2023 inne, nachdem er auf Empfehlung von Polska 2050 in die Regierung eingetreten war. Quellen der Polnischen Presseagentur berichteten, dass Klimaministerin Paulina Hennig-Kloska und Dorożała in der Ministeriumspolitik und den operativen Prioritäten unterschiedlicher Meinung waren. Laut diesen Quellen hatte die Zusammenarbeit über mehrere Monate hinweg nachgelassen, weil die Ministeriumsleitung die gemeinsame Klimapolitik gegenüber Einzelinitiativen priorisierte.
Spannungen über Forst- und Jagdpolitik
Während seiner Amtszeit geriet Dorożała wiederholt mit Jagdverbänden, staatlichen Förstern und der kommerziellen Holzindustrie wegen Umweltauflagen aneinander. Er setzte sich für obligatorische regelmäßige ärztliche Untersuchungen für Jäger ein und erlegte Beschränkungen für Baumfällungen in empfindlichen Waldgebieten auf. Diese Maßnahmen führten zu anhaltenden Spannungen mit dem Koalitionspartner Polnische Volkspartei (PSL) unter Führung von Vize-Premierminister Władysław Kosiniak-Kamysz. Monate vor dem Rücktritt argumentierte Kosiniak-Kamysz öffentlich, dass Dorożała wegen politischer Entscheidungen gehen sollte, worauf Dorożała antwortete, dass er bereit sei, zurückzutreten, wenn die Reformen rückgängig gemacht würden. Nach der Ankündigung am Freitag feierte PSL-Vizevorsitzende Urszula Pasławska den Abgang in den sozialen Medien mit einem KI-Bild, das sich auf das Ende der Quälerei von Jägern und Förstern bezog. Dorożała bezeichnete seinen Naturschutzansatz als strategische Notwendigkeit.
Der Schutz der Natur war, ist und wird meine tiefste Motivation bleiben. Ich glaube, dass bei diesem Ausmaß und Tempo der zivilisatorischen Entwicklung mit all ihren negativen Folgen ein ausschließlich utilitaristischer Ansatz gegenüber der Natur ein strategischer Fehler ist. Es ist, als würde man auf der Titanic Champagner trinken, obwohl man weiß, wohin die Reise geht.
Naturschutzbilanz und Initiativen
In seiner Rücktrittserklärung führte Dorożała die während seiner dreijährigen Amtszeit abgeschlossenen Naturschutzinitiativen auf. Er überwachte die Einführung einer ökologischen Komponente für das Grenzverteidigungsprogramm „Östlicher Schild“ und stoppte die Abholzung in ausgewiesenen wertvollen Waldgebieten. Das Ministerium schuf während seiner Amtszeit über 200 neue Naturschutzgebiete, darunter das Naturreservat Bliżyńskie Lasy Naturalne mit einer Fläche von fast 3.000 Hektar. Im Juli 2026 genehmigte die UNESCO einen 25-jährigen Managementplan für den Białowieża-Wald, der 96 % der Waldfläche natürlichen Prozessen zuweist. Dorożała trieb zudem die Nationale Feuchtgebietschutzstrategie zur Verabschiedung durch die Regierung bis Ende 2026 voran und strich fünf gefährdete Vogelarten von der Jagdliste. Sein Gesetzesvorschlag für den Nationalpark Unteres Odertal, der nach einem Präsidentenveto zur Erweiterung des Drawa-Nationalparks geändert wurde, soll im November 2026 abgeschlossen werden.
| 2023 | Ernennung zum Vize-Minister für Klima und Umwelt und Generalnaturschützer |
|---|---|
| 2026-07 | UNESCO verabschiedet 25-Jahres-Plan für den Białowieża-Wald, der 96 % der Fläche natürlichen Prozessen zuweist |
| 2026-09-04 | Mikołaj Dorożała tritt von Klimaministerium und Naturschutzführung zurück |
| 2026-09-07 | Sławomir Ćwik soll seine Aufgaben als neuer Vize-Klimaminister aufnehmen |
| 2026-11 | Zielabschluss für den Schutz des Unteren Odertals durch Erweiterung des Drawa-Nationalparks |
Nachfolger aus dem Centrum-Parlamentsklub bestimmt
Der Abgeordnete Sławomir Ćwik soll am Montag, den 7. September 2026, die Position des Vize-Klimaministers übernehmen. Ćwik wurde 2023 aus dem Wahlkreis Chełm auf dem Ticket der Trzecia Droga in den Sejm gewählt und erhielt 8.004 Stimmen. Im Februar 2026 verließ er Polska 2050, um den Centrum-Parlamentsklub mitzugründen, und trat dem Vorstand von Unia Centrum unter Hennig-Kloska bei. Bevor er sich der parlamentarischen Mehrheit anschloss, kandidierte Ćwik 2015 auf dem Ticket der Nowoczesna für das Parlament und trat 2019 und 2024 bei den Europawahlen an. Ćwik hat einen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Maria-Curie-Skłodowska-Universität in Lublin und absolvierte ein postgraduales Steuerstudium an der SGH Warsaw School of Economics. Ministeriumskreisen zufolge wird Ćwik nicht die Rolle des Generalnaturschützers übernehmen; diese wird einem separaten Beauftragten zugewiesen.
Quellen
- Nowy wiceminister u Pauliny Hennig-Kloski. To poseł Centrum
Rzeczpospolita · 4. Sept. - Zmiany w rządzie. On ma zastąpić zdymisjonowanego wiceministra
polsatnews.pl · 4. Sept. - Zmiana w ministerstwie klimatu. Ćwik za Dorożałę?
TVP Info · 4. Sept. - Wiceprezes PSL cieszy się z rezygnacji wiceministra. "Koniec dręczenia myśliwych"
TVN24 · 4. Sept. - Rezygnacja w rządzie Tuska.
wpolityce.pl · 4. Sept. - Nagła rezygnacja w resorcie klimatu. Wiceminister wydał oświadczenie
Wprost · 4. Sept. - Dorożała odchodzi z resortu. Kontrowersyjny wiceminister zamieścił pożegnalny wpis
NIEZALEZNA.PL · 4. Sept. - Wiceminister podał się do dymisji. "Nie jestem typowym politykiem"
polsatnews.pl · 4. Sept.