Polen entwirft strenge Strafen für Bahnübergangsverstöße nach tödlichem Zugunglück bei Przysucha
Die polnische Regierung bereitet ein Gesetz vor, das den Führerscheinentzug für drei Monate und Haftstrafen nach einem tödlichen Zugunglück an einem Bahnübergang in Sokolniki Suche vorsieht.
Zusammenstoß in Sokolniki Suche
Gegen 11:30 Uhr am Mittwoch, dem 9. September 2026, kollidierte ein Lastwagen mit einem Personenzug an einem Bahnübergang nahe der Nationalstraße 12 in Sokolniki Suche bei Przysucha. Der PKP-InterCity-Zug namens Koziołek war von Lublin Główny nach Szczecin Główny unterwegs und beförderte mindestens 114 Personen, darunter drei Besatzungsmitglieder. Bei dem Zusammenstoß entgleisten die Elektrolokomotive und die ersten beiden Personenwagen. Rettungskräfte berichteten, dass 20 Menschen verletzt oder betroffen waren, wobei acht Fahrgäste dringend in Krankenhäuser in Radom und Kielce eingeliefert werden mussten.
Eine weibliche Fahrgast, die im vorderen Wagen reiste, erlag ihren Verletzungen, nachdem sie ins Krankenhaus gebracht worden war. Vier Personen erlitten schwere Verletzungen, darunter der Lokführer, der Lkw-Fahrer und ein weiterer Fahrgast. Im Masowischen Fachkrankenhaus in Radom erklärte Sprecherin Karolina Gajewska, dass drei Schwerverletzte behandelt wurden, wobei ein Patient nach Behandlung einer Handverletzung entlassen wurde, ein anderer mit Brustverletzungen im Krankenhaus blieb und eine schwangere Fahrgast zusammen mit ihrem ungeborenen Kind in stabilem Zustand unter Beobachtung blieb.
| Personen | |
|---|---|
| Fahrgäste und Besatzung | 114 |
| Verletzt oder betroffen | 20 |
| Ins Krankenhaus eingeliefert | 8 |
| Schwer verletzt | 4 |
| Todesfälle | 1 |
Untersuchung vor Ort und Beweissicherung
Die Staatsanwaltschaft Radom leitete die strafrechtlichen Ermittlungen am Unfallort gemeinsam mit Polizeibeamten aus Przysucha und dem Polizeipräsidium der Woiwodschaft Masowien. Die Ermittler setzten eine Drohne und spezielle 3D-Scangeräte ein, um den Unfallort für technische Sachverständige zu dokumentieren. An den Ermittlungen waren auch die Staatliche Kommission für Eisenbahnunfalluntersuchung und eine eigene Eisenbahnkommission der PKP Skarżysko-Kamienna beteiligt.
Sprecherin Aneta Góźdź bestätigte, dass die Ermittler den Fahrtenschreiber der Lokomotive sichergestellt haben. Der Bezirksstaatsanwalt von Radom, Robert Czerwiński, erklärte, dass die Videoüberwachung der Lokomotive die Umstände des Zusammenstoßes endgültig klären werde. Vorläufige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Lkw trotz eines aktiven roten Signals, das die Einfahrt verbot, auf die Gleise fuhr.
Vorgeschlagene dreimonatige Führerscheinentzüge
Nach dem Vorfall kündigten der polnische Ministerpräsident Donald Tusk und Infrastrukturminister Dariusz Klimczak ein Notgesetz an, um Verstöße an Bahnübergängen zu ahnden. In einem Pressetermin zusammen mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, erklärte Tusk, dass dringendes Handeln erforderlich sei, um Autofahrer zu stoppen, die systematisch entgegen Warnsignalen und Schranken in Bahnübergänge einfahren.
In einer Fernsehübertragung auf TVN24 erläuterte Klimczak die wichtigste Sanktion, die für Verstöße an Bahnübergängen vorbereitet wird.
Wir wollen eine Regelung einführen, auf deren Grundlage jeder Fahrer, der bei Rotlicht in einen Bahnübergang einfährt, seinen Führerschein verliert; dieser wird für drei Monate ausgesetzt.
Klimczak fügte hinzu, dass die Regierung in Abstimmung mit dem Justizminister Änderungen des Strafgesetzbuches ausarbeite. Im Rahmen der geplanten Gesetzesanpassungen werden die Gerichte verpflichtet, Haftstrafen und vorübergehende Fahrverbote gegen Autofahrer zu verhängen, deren Handlungen an Bahnübergängen Verkehrskatastrophen oder Todesfälle verursachen.
Gesetzgebungsfahrplan und Konsultationen
Das Infrastrukturministerium bereitete das Regelungspaket unmittelbar nach dem Zusammenstoß vor. Klimczak bestätigte, dass er mit Interessenvertretern der Eisenbahn gesprochen habe, darunter der Präsident der Eisenbahnverkehrsbehörde und der Vorsitzende der Gewerkschaft der Lokführer. Die Gespräche zielten darauf ab, die Sicherheitsrevisionen vor der Regierungsprüfung mit betrieblichem Feedback abzustimmen.
| 9. Sept. 11:30 | Lkw fährt bei Rotlicht in Bahnübergang ein und kollidiert mit InterCity-Zug von Lublin nach Szczecin |
|---|---|
| 9. Sept. | Minister kündigen Gesetzesentwurf für dreimonatige Führerscheinentzüge an |
| 10. Sept. | Gesetzesentwürfe gehen in Konsultationen vor der Kabinettsprüfung in der nächsten Woche |
Das Paket von Gesetzesentwürfen geht am 10. September 2026 in die formellen Konsultationen. Ministerpräsident Tusk forderte, dass ein fertiger Gesetzentwurf zur Vorlage in der Sitzung des Ministerrates in der nächsten Woche bereitsteht.
Quellen
- Utrata prawa jazdy na 3 miesiące. Rząd ekspresowo szykuje bat na kierowców
rmf24.pl · 10. Sept. - Szykują nowe kary dla kierowców. Jeden manewr ma kosztować prawo jazdy
www.money.pl · 10. Sept. - Prokuratorzy zakończyli czynności w miejscu katastrofy kolejowej w Sokolnikach Suchych
wiadomosci.radiozet.pl · 9. Sept. - Wjadą na przejazd kolejowy i stracą prawo jazdy. Nie będzie litości dla kierowców
www.portalsamorzadowy.pl · 9. Sept. - Rząd zaostrzy kary po wypadku na kolei. Prawo jazdy ma być zatrzymywane na trzy miesiące
polsatnews.pl · 9. Sept. - Rozpędzony pociąg zderzył się z ciężarówką. Minister zapowiada zmianę prawa
Rzeczpospolita · 9. Sept. - Pilne zaostrzenie kar. Minister chce zmian po katastrofie pociągu
TVN24 · 9. Sept. - "Zmiany w trybie pilnym". Nawet utrata prawa jazdy za złamanie przepisów na torach
TVP Info · 9. Sept.