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Spanien ruft nationalen Notstand für Madrid und Ávila aus, während Waldbrände 10.000 Evakuierungen erzwingen

Die spanische Regierung hat über Nacht den nationalen Notstand für Madrid und Ávila ausgerufen, militärische Ressourcen mobilisiert, während mehrere Brände im Land wüten und 10.000 Menschen evakuiert wurden.

Nationaler Notstand ausgerufen

Das spanische Innenministerium gab über Nacht auf Freitag bekannt, dass ein „nationaler Notstand von nationaler Tragweite“ nun für die Region Madrid und die benachbarte Provinz Ávila gilt. Die mit sofortiger Wirkung in Kraft tretende Erklärung erlaubt es dem Staat, zusätzliche Mittel und Ressourcen zu mobilisieren und überträgt die operative Führung automatisch an eine militärische Kriseneinheit. Der Schritt folgt auf tagelange unkontrollierte Waldbrände, die die Hauptstadt eingekreist haben, die Rettungsdienste an ihre Grenzen bringen und Massenevakuierungen erzwingen.

Evakuierungen westlich und südwestlich von Madrid

Am Donnerstag ordneten die Behörden an, dass 3.500 Einwohner von Aldea del Fresno, einer Stadt 60 Kilometer westlich von Madrid, ihre Häuser verlassen müssen, da ein Feuer in der Nähe außer Kontrolle brannte. Die Bewohner wurden in eine Nachbargemeinde geleitet, um sie von den Flammen fernzuhalten. Achtzehn Löschzüge und Personal der Militärischen Notfalleinheit (UME) wurden eingesetzt, mehrere Straßen wurden durch das vorrückende Feuer gesperrt. Einen Tag zuvor wurden drei Gemeinden südwestlich von Madrid – Encinar del Alberche, Ribera del Alberche und Rincón del Alberche – evakuiert, nachdem in der Gemeinde Almorox, etwa 70 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, ein Feuer ausgebrochen war. Villa del Prado wurde unter Ausgangssperre gestellt. Die Guardia Civil sperrte mehrere Verkehrswege und warnte die Bewohner vor den Gefahren des Rauchs.

Seien Sie beim Fahren äußerst vorsichtig, da die Sicht durch den Rauch stark eingeschränkt ist.

— Guardia Civil

Der Zivilschutz riet Personen mit Atemwegserkrankungen gesondert, nachts die Fenster geschlossen zu halten, um die Belastung zu verringern. Insgesamt wurden rund 10.000 Menschen aus den Gebieten um Madrid aus ihren Häusern vertrieben, obwohl die Bewohner der am Mittwoch evakuierten Gemeinden nach Besserung der Lage größtenteils zurückkehren durften.

Größter Brand wütet in Guadalajara

Der größte einzelne Waldbrand wütet in der Provinz Guadalajara, etwa 100 Kilometer nördlich von Madrid. Er hat seit seinem Ausbruch am Donnerstag der Vorwoche 32.000 Hektar vernichtet. In ganz Spanien sind seit dem 1. Januar nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems (Effis) fast 125.000 Hektar verbrannt. Anfang Juli tötete ein Feuer in der südlichen Provinz Almería 13 Menschen und zerstörte 7.000 Hektar, was es zu einem der tödlichsten Waldbrände der jüngeren spanischen Geschichte macht.

Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse
Anfang Juli 2026Brand in Almería tötet 13 Menschen und vernichtet 7.000 Hektar.
2026-07-16Brand in Guadalajara beginnt, brennt schließlich 32.000 Hektar nieder.
2026-07-22Brand in Almorox löst Evakuierung von drei Gemeinden südwestlich von Madrid aus; Brand nahe dem Arcachon-Becken in Frankreich bricht aus.
2026-07-233.500 Menschen aus Aldea del Fresno westlich von Madrid evakuiert; 12.000 Menschen aus dem Gebiet Cap Ferret in Frankreich evakuiert.
2026-07-24Nationaler Notstand für Madrid und Ávila ausgerufen.

Frankreich bekämpft Brand bei Bordeaux

Auch das Nachbarland Frankreich kämpft gegen bedeutende Brände. Ein Brand nahe dem Arcachon-Becken in der Nähe von Bordeaux brach am Mittwoch aus und hat rund 2.000 Hektar verbrannt. Die Behörden evakuierten in den frühen Morgenstunden des Donnerstags 12.000 Touristen und Anwohner aus sechs Campingplätzen und einem FKK-Resort nördlich von Cap Ferret. Frankreich hat bereits seinen bisherigen Jahresrekord an verbrannten Flächen übertroffen: Mehr als 42.000 Hektar gingen zwischen Januar und Mitte Juli in Flammen auf und übertrafen damit den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2022.

Verbrannte Fläche nach Großbrand (Hektar)
ha
Brand in Guadalajara32000
Brand in Almería7000
Brand in Bordeaux2000

Hitzewelle schürt Brandgefahr

Die Temperaturen in Spanien steigen mit Beginn einer neuen Hitzewelle wieder an, was die Gefahr weiterer Brände erhöht. Die Tragödie von Almería und die mehreren Brandfronten um Madrid haben die Rettungsdienste an ihre Grenzen gebracht. Die Ausrufung des nationalen Notstands für Madrid und Ávila ist die Reaktion der Regierung auf eine Krise, die bereits Menschenleben gefordert und eine Fläche verbrannt hat, die größer ist als viele europäische Städte.

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Quellen