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Konflikte · ab · akt. · 8 Quellen

Israel vertreibt Tausende in Hebron und schließt vor der Wahl Übergänge im Westjordanland

Israelische Kräfte haben am Freitag, dem 23. Oktober, Tausende Palästinenser aus Hebron vertrieben, nachdem zwei israelische Soldaten in der Nähe der Stadt getötet worden waren. Die Armee wird palästinensische Arbeiter am 25. und 26. Oktober aus weiten Teilen des Westjordanlands aussperren und am Wahltag, dem 27. Oktober, alle Übergänge schließen.

Anschlag bei Hebron und Israels Reaktion

Zwei palästinensische Schützen töteten am Freitag, dem 23. Oktober, nahe Hebron, der größten Stadt im besetzten Westjordanland, zwei israelische Soldaten und verletzten drei weitere. Das Militär teilte mit, beide Schützen seien ebenfalls getötet worden, in ihrem Auto seien Waffen gefunden worden, und sie hätten wahrscheinlich israelische Zivilisten angreifen wollen, bevor sie an einem Kontrollpunkt gestoppt wurden. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu begab sich mit drei Mitgliedern seiner rechtsgerichteten Regierung an den Ort und kündigte eine harte Reaktion an. Finanzminister Bezalel Smotrich veröffentlichte vor Ort, vor einem Bulldozer stehend, eine Erklärung auf X. Netanyahu verknüpfte den Anschlag mit der bevorstehenden Wahl und erklärte, er habe Wochen zuvor vor Versuchen des Feindes gewarnt, Israelis vor der Wahl zu schaden.

Wir werden handeln, um diesen Ort zu zerstören.

— Benjamin Netanyahu

In diesem Jahr wurden im Westjordanland, einem Gebiet mit einer Welle der Gewalt, sechs Israelis bei Anschlägen getötet. Im selben Zeitraum starben nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah 112 Palästinenser, darunter die beiden mutmaßlichen Schützen.

Tote im Westjordanland im Jahr 2026 bislang
Personen
Getötete Israelis6
Getötete Palästinenser112

Evakuierungen und Abrisse in Hebron

Die Bewohner von Deir Bahha, dem Viertel, in dem die mutmaßlichen Schützen lebten, wurden über Nacht zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert; bis Samstag, den 24. Oktober, waren die Straßen bis auf Militärfahrzeuge nahezu leer. Vertreter der Stadtverwaltung von Hebron erklärten, 200 bis 300 Familien seien aus Deir Bahha und vier angrenzenden Vierteln vertrieben worden, die meisten seien in andere Teile der Stadt gezogen. Bürgermeister Yousef al-Ja'bari sagte gegenüber Al Jazeera, seit Freitag seien 2.200 Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden, während Europa Press berichtete, allein am Samstag seien mindestens 1.500 Menschen geflohen. Verteidigungsminister Israel Katz nannte die Zahl von etwa 2.000 und sagte:

Sie werden nicht in ihr Viertel zurückkehren dürfen, bis wir alle Hamas-Probleme in Hebron geklärt haben.

— Israel Katz

Eine spätere Zählung der spanischen Nachrichtenagentur EFE ergab unter Berufung auf lokale Behörden 2.193 Vertriebene aus 344 Familien, und 140 dieser Familien gaben an, keinen anderen Ort zum Bleiben zu haben. Gouverneur Khaled Dudin verurteilte die Operation als Kollektivstrafe gegen unschuldige Zivilisten. Die israelischen Behörden erklärten, die abgerissenen Gebäude seien illegal in Zone C errichtet worden, wo seit Jahren keine Baugenehmigungen mehr erteilt würden, und verwiesen auf Sicherheitsgründe.

Festnahmen und Bewegungsbeschränkungen

Das Militär teilte mit, an mehr als 400 Orten im Westjordanland operiert und 40 Palästinenser festgenommen zu haben, die nach eigenen Angaben der Hamas oder dem Palästinensischen Islamischen Dschihad angehören. Europa Press berichtete, in Hebron seien zehn Menschen zur Befragung festgehalten worden, und die Armee erklärte, bei mindestens 200 Durchsuchungen dort seien bislang keine Waffen gefunden worden. Für den 25. und 26. Oktober sollten palästinensische Arbeiter mit Genehmigung aus israelischen Gemeinden und Industriezonen ausgesperrt werden, wobei nur eine begrenzte Zahl genehmigter Gebiete ausgenommen war. Die Übergänge nach Israel bleiben bis nach der Abstimmung am 27. Oktober geschlossen. Einige Familien überquerten nach Angaben von AP die Grenze zu Fuß und reichten Mehlsäcke und Gasflaschen durch Militärtore.

Schlüsseldaten der Hebron-Operation und der Wahlsperre
23. Okt. Zwei palästinensische Schützen töten nahe Hebron zwei israelische Soldaten und verletzen drei
24. Okt. Die Armee riegelt Hebron ab und beginnt mit Evakuierungen in Deir Bahha, die Operationen weiten sich auf Städte im Westjordanland aus
25. Okt. Die Armee kündigt das Arbeitsverbot für den 25. und 26. Oktober und die vollständige Schließung der Übergänge am Wahltag an
27. Okt. Parlamentswahl, die Übergänge ins Westjordanland werden vollständig geschlossen

Der Hintergrund der Wahl

Am 27. Oktober wählen die Israelis; das Rennen wird weithin als Urteil über Netanyahus Führung und seine Sicherheitsbilanz in drei Kriegsjahren gewertet. Al Jazeera beschreibt das Rennen als knapp, wobei Netanyahu, der am längsten amtierende Ministerpräsident des Landes, eine neue Amtszeit anstrebt. Meinungsforscher sehen derzeit für keinen der politischen Blöcke eine Mehrheit. Netanyahu hatte zuvor eine größere Operation in Aussicht gestellt, in einem Ausmaß, wie es seit der israelischen Besetzung des Westjordanlands 1967 nicht mehr gesehen wurde. Die Palästinensische Autonomiebehörde, die Teile des Gebiets regiert, fordert über Verurteilungen hinaus internationalen Druck auf Israel, um die Bewohner Hebrons zu schützen.

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Quellen