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Zwei Besatzungsmitglieder tot nach Absturz eines französischen Mirage 2000D bei Nancy
Die Staatsanwaltschaft in Metz bestätigte am Donnerstag, 22. Oktober, dass beide Besatzungsmitglieder starben, als der Jet in der Nacht des 20. Oktober in einem Waldgebiet im Département Meurthe-et-Moselle abstürzte. Für die formelle Identifizierung sind noch DNA-Analysen nötig.
Der Absturz
Ein Kampfjet vom Typ Mirage 2000D der französischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte stürzte in der Nacht des Dienstag, 20. Oktober, in einem Waldgebiet bei Rogéville im Département Meurthe-et-Moselle nahe Nancy ab. Der zweisitzige Jet befand sich nach einer Nachtübung auf dem Rückflug zu seiner Basis, dem Luftwaffenstützpunkt 133 Nancy-Ochey, als er gegen 22:40 Uhr Ortszeit abstürzte. Die Flugverkehrskontrolle verlor während des Rückflugs Funk- und Radarkontakt zu dem Flugzeug, wie Luftwaffensprecher Oberst David Pappalardo mitteilte. Vor dem Absturz wurde kein Notsignal gesendet.
| 20. Okt. 22:40 | Mirage 2000D stürzt bei Rogéville ab, während sie von einem Nachtübungsflug zurückkehrt |
|---|---|
| 21. Okt. 04:00 | Suchmannschaften finden die ersten Trümmer im bewaldeten Gelände |
| 22. Okt. | Die Staatsanwaltschaft Metz bestätigt zwei Todesfälle, DNA-Identifizierung steht noch aus |
Suche und Wrack
Suchmannschaften fanden die ersten Trümmer gegen 4:00 Uhr am Mittwoch, 21. Oktober, nach einer Nachtarbeit von Feuerwehrleuten, Gendarmen und Luftwaffenpersonal aus Nancy-Ochey. Der Bürgermeister von Rogéville, Pascal Doyotte, schrieb in den sozialen Medien, eine Drohne habe das Wrack geortet, nachdem in der Nacht eine laute Detonation zu hören gewesen sei. Die Fundstelle liegt in steilem, bewaldetem und schwer zugänglichem Gelände; das Gebiet zwischen Rogéville, Tremblecourt und Domèvre-en-Haye, rund 15 Kilometer von Pont-à-Mousson entfernt, ist eine Mischung aus Wald und Feldern. Präfekt Yves Séguy beschrieb schlechtes Wetter, Dunkelheit und dichten Nebel, die die Arbeit erschwerten. Ein Hubschrauber der Gendarmerie konnte das Gelände am Mittwoch überfliegen. Anwohner berichteten britischen Medien, sie hätten an jenem Abend eine Explosion gehört und einen Feuerball am Himmel gesehen.
Tod der Besatzung bestätigt
Die Staatsanwaltschaft in Metz bestätigte am Donnerstag, 22. Oktober, dass beide Besatzungsmitglieder ums Leben kamen; Grundlage der Feststellung waren Fundstücke am Absturzort. Diese Befunde müssten noch durch DNA-Analysen bestätigt werden, um die beiden Männer zu identifizieren, hieß es. Der Pilot war 27 Jahre alt und hatte 450 Flugstunden, so Oberst Pappalardo, der angab, der Mann befinde sich in der Qualifizierungsphase zum Einsatz-Kampfpiloten. Der 44 Jahre alte Navigator wurde vom Verteidigungsministerium als sehr erfahrener Offizier beschrieben, der bei Auslandseinsätzen in Afghanistan, Mali, Niger, Sudan und im Tschad eingesetzt war. Ludovic Humbert, Kommandeur des Luftwaffenstützpunkts 133, sagte, beide Männer hätten die für ihren Auftrag erforderlichen Qualifikationen besessen.
Ursache weiterhin unklar
Die Ermittler haben die Absturzursache noch nicht ermittelt, und die Staatsanwaltschaft erklärte, keine Erklärung sei bestätigt oder ausgeschlossen. Staatsanwalt David Touvet formulierte es gegenüber französischen Medien deutlich.
Wir haben keine Ahnung von den Gründen für diesen Unfall.
Touvet sagte zudem, dass derzeit keine Hypothese ausgeschlossen werden könne. Unklar bleibt, ob eines der Besatzungsmitglieder den Schleudersitz ausgelöst hat, obwohl die Raketenmotoren beider Schleudersitze am Boden gefunden wurden. Touvet sagte am Mittwochabend gegenüber AFP, keiner der beiden Männer habe Zeit gehabt, das Ausstiegssystem zu aktivieren, bevor der Jet auf dem Boden aufschlug; andere Berichte besagen, die Ermittler könnten noch nicht feststellen, ob einer von beiden den Vorgang eingeleitet habe. Präsident Emmanuel Macron sprach am Mittwoch, 21. Oktober, bei einer Pressekonferenz in Doha dem Land sein Beileid aus.
Hintergrund zum Flugzeug
Die Mirage 2000D wurde 1993 in Dienst gestellt und von Frankreich in den meisten Konflikten eingesetzt, an denen das Land seither beteiligt war, darunter Kosovo 1999, Libyen 2011 sowie Afghanistan, Irak, Syrien und die Sahelzone. Der Typ hat eine Reihe von Unfällen. Im Januar 2019 starben beide Besatzungsmitglieder bei einem nächtlichen Tiefflug im Jura, im Juli 2021 konnten sich die Insassen in der Region Nancy mit dem Schleudersitz retten. Um die Flugzeuge bis in die 2030er Jahre weiter zu betreiben, wurde die Flotte einem Midlife-Update-Programm unterzogen.
Quellen
- Mueren los dos tripulantes del avión de combate Mirage estrellado...
europa press · 22. Okt. - Les deux pilotes du Mirage 2000D sont bel et bien décédés dans le crash
20minutes · 22. Okt. - Accident du Mirage 2000 D près de Nancy : la mort des deux militaires confirmée par le parquet
Le Monde.fr · 22. Okt. - Crash d'un Mirage 2000D: un deuxième mort confirmé après l'accident en Meurthe-et-Moselle
BFMTV · 22. Okt. - Ein kürzlich generalüberholtes Kampfflugzeug vom Typ Mirage 2000D ist in Frankreich abgestürzt - Augenzeugen berichten von Explosion und Feuerball
Focus · 22. Okt. - Mueren los dos ocupantes de un caza accidentado en Francia
Deutsche Welle · 21. Okt.