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Diplomatie · ab · akt. · 8 Quellen

Milei nennt Sánchez in Madrid „Diktator“ – Empörung bei Spaniens Parteien

Javier Milei nannte Pedro Sánchez am 21. Oktober einen „dictador“ und „corrupto“ und verließ Spanien am 22. Oktober nach weniger als 48 Stunden in Madrid. Anschließend stritten die Spitzen von Vox und PP darüber, wie auf die Äußerungen zu reagieren sei.

Beleidigungen bei einem Frühstück in Madrid

Javier Milei verbrachte weniger als 48 Stunden in Madrid, bevor er Spanien am 22. Oktober verließ, berichtet El País. Bei einer Frühstücksveranstaltung am 21. Oktober nannte er Pedro Sánchez einen „impresentable dictador“, „corrupto“ und „autoritario Pedrito“; LaSexta berichtete zudem, er habe den Regierungspräsidenten auch einen „ladrón“ genannt. Während des Besuchs beleidigte er mehrere Journalisten, und die PSOE reagierte mit dem Aufruf an ihre Anhänger, „orgullo de zurdos“ zur Schau zu tragen. Milei wurde zudem bei einer Veranstaltung für anarchokapitalistische Ökonomen an der Universidad Rey Juan Carlos von Protesten empfangen, wo Studierende dagegen protestierten, dass eine öffentliche Universität dem Redner Gastrecht gewährt, und „Fuera fascistas“ riefen.

Mileis Madrid-Besuch: zentrale Ereignisse mit Datum
21. Okt. Milei nennt Pedro Sánchez bei einer Frühstücksveranstaltung in Madrid „dictador“ und „corrupto“
22. Okt. Milei wird 56 Jahre alt und hat Spanien nach weniger als 48 Stunden in Madrid verlassen

Ein angespannter Wortwechsel mit einem Reporter

Isma Juárez, Reporter für El Intermedio, ging ins Casino de Madrid, um über ein Frühstück zu berichten, an dem Milei teilnahm. Seine erste Frage, warum Milei nicht den Vox-Chef Santiago Abascal getroffen habe, blieb unbeantwortet. Im Saal fragte er, ob Armut gefälscht werden könne, und auf einer schriftlichen Karte fragte er nach den Protesten an der Puerta del Sol. Als er schließlich mit Milei ins Gespräch kam, sagte der Präsident, wer behaupte, nicht über die Runden zu kommen, solle versuchen, zehn Tage ohne Essen und Trinken zu leben, und sagte dann:

Wenn Sie eine emotionale Parole umarmen wollen, liebe ich Ihr Herz, aber ich kann Ihren Verstand nicht respektieren.

— Javier Milei

Zurück im Studio griff Wyoming die Sache auf und erklärte, der Hashtag des Tages, „Isma, no se toca“, setze eine rote Linie. Der Reporter sagte, nachdem er Aufnahmen des Wortwechsels mit anderen Journalisten gesehen habe, sei er einigermaßen gut aus der Sache herausgekommen.

Parteien uneins über die Reaktion

Vox-Chef Santiago Abascal kritisierte die PP-Politiker Xavier García Albiol, Bürgermeister von Badalona, und Juanma Moreno, Präsident der Junta de Andalucía, dafür, dass sie Mileis Beleidigungen verurteilten. Abascal argumentierte, solche Kritik mache es schwer, die Regierung zu beenden.

Damit bringen wir diese Regierung kaum zu Fall.

— Santiago Abascal

Abascal nahm aus Termingründen nicht persönlich an einem Treffen mit Milei teil und teilte stattdessen ein Video eines Telefonats mit dem argentinischen Präsidenten. Isabel Díaz Ayuso, Präsidentin der Region Madrid, war die einzige PP-Führerin, die Milei traf und sich mit ihm fotografieren ließ, wenngleich das Treffen wenig institutionellen Pomp hatte. In Langreo warnte bei einer Ehrung für nach Nazi-Konzentrationslagern deportierte Asturier die Vizeregierungsrätin für Bürgerrechte, Beatriz González, vor der „deshumanización del adversario“ und forderte die Parteien auf, historische Fakten anzuerkennen.

Geburtstag und wirtschaftliche Bilanz

Milei wurde am 22. Oktober 56 Jahre alt, einen Tag nach seinem Spanienbesuch. Bei El Intermedio würdigte Dani Mateo den Anlass mit einem live vorgetragenen komischen Lied, das ihn als jemanden beschrieb, der Menschen beleidigt und mit dem Regierungspräsidenten aneinandergerät.

Auch die Wirtschaftspolitik kam in der Berichterstattung vor. Milei prahlte mit seinen „motosierra“-Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben und dem Wohlfahrtsstaat, doch der Ökonom Gonzalo Bernardos sagte, seine Politik funktioniere nicht.

Er hat verfälscht, was er versprochen hat.

— Gonzalo Bernardos

Bernardos sagte, Milei habe Steuern als Diebstahl bezeichnet, sie aber erheblich erhöht, und warnte, Argentiniens Wirtschaftsindikatoren könnten rein konjunkturell sein, wobei externe Unterstützung verhindere, dass die Wirtschaft weiter absacke. Er warnte auch davor, Milei als Vorbild für die spanische Rechte zu behandeln.

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Quellen