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Italien verlängert Dieselsteuersenkung um eine Woche und beschleunigt heimische Bohrungen

Das italienische Kabinett genehmigte ein Dekret in Höhe von 85 Millionen Euro, das den Dieselrabatt von 17 Cent bis zum 17. September verlängert, und ernannte gleichzeitig Kommissare zur Beschleunigung der nationalen Öl- und Gasförderung.

Kurze Verlängerung der Dieselsteuersenkung

Der italienische Ministerrat hat am 10. September 2026 ein Dekret verabschiedet, das die Verbrauchsteuersenkung auf Dieselkraftstoff um eine Woche verlängert und die Maßnahme bis Donnerstag, den 17. September, in Kraft hält. Der Rabatt von 14 Euro-Cent pro Liter entspricht unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer einer Reduzierung von etwa 17 Cent an der Zapfsäule. Die Kabinettssitzung dauerte etwa zehn Minuten; zur Finanzierung der siebentägigen Verlängerung wurden 85 Millionen Euro bereitgestellt. Die Entscheidung folgt auf frühere Diskussionen innerhalb der Regierungskoalition, ob die allgemeinen Kraftstoffrabatte verlängert oder durch gezielte Subventionen für einkommensschwächere Haushalte und Transportunternehmen ersetzt werden sollen. Vizepremier Matteo Salvini hatte zuvor vorgeschlagen, die Maßnahme gegen Ende September zu verlängern, finanziert durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen aus Kraftstoff.

Zeitplan der italienischen Kraftstoffsteuermaßnahmen und wichtige Daten
März 2026Steuersenkungen auf Kraftstoffe und Transportzuschüsse treten in ganz Italien in Kraft
2026-09-09Matteo Salvini schlägt vor, die Verbrauchsteuersenkung bis Ende September zu verlängern
2026-09-10Das Kabinett genehmigt eine siebentägige Verlängerung der Dieselsteuersenkung
2026-09-17Der verlängerte Dieselrabatt von 17 Cent läuft aus
2026-09-22Istat berichtet über Italiens Defizit-BIP-Verhältnis

Kraftstoffpreise und Verbraucherreaktionen

Die Entscheidung fiel, als die Kraftstoffkosten im ganzen Land stiegen, angetrieben durch globale Marktspannungen und den Iran-Konflikt, der US-Rohöl der Sorte WTI auf über 100 Dollar pro Barrel trieb – gegenüber 67 Dollar vor dem Konflikt. Nach Daten des Preisobservatoriums des Ministeriums für Unternehmen und Made in Italy erreichte Selbstbedienungsdiesel an Nationalstraßen am 10. September 2,184 Euro pro Liter, gegenüber 2,177 Euro am Vortag. Benzin an Nationalstraßen lag bei 2,077 Euro pro Liter, während Autobahndiesel 2,258 Euro und Autobahnbenzin 2,163 Euro pro Liter erreichten. Verbraucherverbände kritisierten die kurze Verlängerung und den Ausschluss von Benzin. Massimiliano Dona, Präsident der Unione Nazionale Consumatori, erklärte, die Regierung hätte den Rabatt verdoppeln müssen, anstatt nur eine kurzfristige Entlastung zu gewähren.

Es war notwendig, den Rabatt mindestens zu verdoppeln: 30 Cent für Diesel, statt 14, und 15 für Benzin.

— Massimiliano Dona
Durchschnittliche italienische Selbstbedienungskraftstoffpreise am 10. September 2026
€/l
Straßendiesel2.184
Straßenbenzin2.077
Autobahndiesel2.258
Autobahnbenzin2.163

Beschleunigung der heimischen Energiegewinnung

Neben der Steuerbestimmung führte das Dekret Maßnahmen ein, um die Genehmigungen für Exploration und Förderung von Öl und Erdgas in Italien zu beschleunigen. Die Regelung erlaubt es der nationalen Regierung, Sonderkommissare zu ernennen, die die Regionalbehörden bei der Bearbeitung von Konzessionen für Kohlenwasserstoffressourcen unterstützen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, das Ziel sei es, die Abhängigkeit von ausländischer Energie zu verringern und gleichzeitig die Kosten für Haushalte und heimische Unternehmen zu senken. Meloni verwies auch auf die übergeordneten Energieziele und sagte, das Land habe 28 Gigawatt an erneuerbaren Kapazitäten hinzugefügt und verfolge einen Weg zur Entwicklung der Kernenergie.

Ziel ist es, die Abhängigkeit von ausländischen Staaten zu verringern, weniger zu bezahlen, niedrigere Kosten für Familien und Unternehmen zu gewährleisten und die Energiesicherheit der Nation zu verteidigen.

— Giorgia Meloni

Haushaltsdruck und Koalitionskonflikte

Die Aufrechterhaltung der Dieselsteuersenkung kostet den Staat rund 13 Millionen Euro pro Tag und summiert sich damit auf über 2,6 Milliarden Euro, die seit März für Kraftstoffkürzungen und Steuergutschriften im Straßentransport ausgegeben wurden. Die Exekutive steht unter Haushaltszwängen und wartet auf den 22. September, wenn das nationale Statistikamt Istat Daten veröffentlichen wird, die zeigen, ob Italiens Defizit-BIP-Verhältnis unter 3 % gefallen ist, was möglicherweise ein EU-Defizitverfahren beendet. Innerhalb der Mehrheit bestehen weiterhin Differenzen über die künftigen Finanzierungsquellen für gezielte Entlastungen. Die Lega schlug vor, die gezielte Unterstützung durch eine Besteuerung von Übergewinnen der Ölkonzerne zu finanzieren – ein Ansatz, der von Forza Italia abgelehnt wird. Unterdessen plant die Regierung, in der dritten Septemberwoche ein überarbeitetes Paket gezielter Kraftstoffmaßnahmen vorzulegen.

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Quellen