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Indien streicht Züge nach Delhi und nimmt Demonstranten wegen Wählerverzeichnis-Streit fest
Die Polizei strich Züge nach Delhi und setzte den Nahverkehr aus, bevor am Samstag eine Kundgebung am Jantar Mantar beginnen sollte, auf der der Rücktritt des Wahlkommissionschefs Gyanesh Kumar gefordert wird. Die Überarbeitung des Wählerverzeichnisses hat mehr als 130 Millionen Namen gestrichen.
Züge vor der Samstagskundgebung gestrichen
Am Freitag, dem 9. Oktober, strichen die indischen Behörden Züge mit Ziel Delhi und setzten den Nahverkehr in der Hauptstadt aus, während mehrere potenzielle Demonstranten faktisch unter Hausarrest gestellt wurden, wie die New York Times berichtet. Die Maßnahmen reagierten auf einen Aufruf der Gen-Z-Bewegung namens Cockroach Janta Party, wonach Menschen aus dem ganzen Land am Samstag ins Zentrum Delhis kommen sollten, um gegen das zu protestieren, was die Gruppe eine politisch motivierte Säuberung des Wählerverzeichnisses nennt. Die Samstagskundgebung soll am Jantar Mantar stattfinden, einem seit Langem genutzten Protestort, den die Sicherheitskräfte derzeit abriegeln. Die Partei erklärte, die Polizei habe 10.000 ihrer Anhänger aus dem ganzen Land festgenommen, und in sozialen Medien kursierende Videos zeigten, wie die Polizei in verschiedenen Landesteilen junge potenzielle Demonstranten aus Zügen mit Ziel Delhi zog.
| 29. Sept. | Brijesh Jha veröffentlicht Parodie-Video, das 1,7 Millionen Aufrufe erreicht |
|---|---|
| 6. Okt. | Polizei nimmt Rahul Gandhi und Kongressführer, die zum Büro der Wahlkommission marschieren, am Dienstag kurzzeitig fest |
| 8. Okt. | Polizei von Rajasthan nimmt Deepak Baliyan in der Nacht zum Donnerstag in seinem Haus in Kathumar im Distrikt Alwar fest |
| 9. Okt. | Züge nach Delhi gestrichen, Nahverkehr ausgesetzt und Oberstes Gericht erlässt am Freitagnachmittag Eilanordnung |
| 10. Okt. | Kundgebung der Cockroach Janta Party am Jantar Mantar geplant |
Oberstes Gericht greift ein
Das höchste Gericht Indiens erließ am Freitagnachmittag eine seltene Eilanordnung und drängte die Regierung, die Beschränkungen für den Protest zu überdenken und einen alternativen Ort dafür anzubieten. Auf eine Beschwerde eines Oppositionspolitikers hin erklärte das Gericht zudem, der Metrobetrieb der Stadt dürfe nicht vollständig eingestellt werden. Der Oberste Richter des Supreme Court, Surya Kant, rahmte die Frage polizeilich ein.
Man muss bestimmte Dinge verhindern
Premierminister Narendra Modi hat sich laut der New York Times nicht zu den Protesten dieser Woche geäußert.
Der Streit um das Wählerverzeichnis
Die Proteste richten sich gegen die Special Intensive Revision, kurz SIR, die im Juni vergangenen Jahres eingeführt wurde, um verstorbene, doppelte oder zweifelhafte Wähler zu identifizieren und aus den Verzeichnissen zu streichen. Al Jazeera berichtet, dass durch das Verfahren mehr als 130 Millionen Wähler gelöscht wurden, fast 14 Prozent aller Wähler Indiens, und dass es sich bei der überwältigenden Mehrheit um Muslime handelt, die üblicherweise nicht für Modis hindu-nationalistische Partei stimmen. Eine im vergangenen Monat veröffentlichte Untersuchung des Indian Express ergab, dass zwei der drei Mitglieder der Wahlkommission mindestens 14 Mal förmlich gegen zentrale SIR-Entscheidungen von Chefkommissar Gyanesh Kumar Einspruch erhoben hatten. Oppositionspolitiker und Kritiker werfen Kumar, einem von der Regierung Modi eingesetzten Amtsträger, vor, im Auftrag der BJP zu handeln, und fordern eine unabhängige Untersuchung der Entscheidungen der Kommission während seiner Amtszeit. Bloomberg berichtet von der Sorge, dass auch wahlberechtigte Bürger aus den Verzeichnissen gestrichen werden könnten, was möglicherweise Wahlergebnisse beeinflusst.
Oppositionsführer und Aktivisten festgehalten
Am Dienstag nahm die Polizei in Neu-Delhi den Oppositionsführer Rahul Gandhi und andere Kongressführer kurzzeitig fest, als sie zum Büro der Wahlkommission marschieren wollten. Gandhi sagte gegenüber Reportern, das Land sei durch Wahlbetrug übernommen worden.
Das Land wurde von Narendra Modi durch Wahlbetrug gekapert.
In der Nacht zum Donnerstag nahm die Polizei von Rajasthan Deepak Baliyan, den nationalen Mitorganisator der Cockroach Janta Party, aus seinem Haus in Kathumar im Distrikt Alwar mit, wie die BBC berichtet. Der Mitbegründer der Partei, Saurav Das, schrieb, die Partei sorge sich um seine Sicherheit, und seine Freilassung wurde von Parteisprecher und Nagaur-Abgeordnetem Hanuman Beniwal gefordert, bevor die Polizei ihn spät in der Nacht freiließ. Der Sprecher der Cockroach Janta Party erklärte, mehrere weitere Funktionäre und Aktivisten in Rajasthan seien ebenfalls unter Hausarrest gestellt worden.
Jugendaktivismus und Satire unter Druck
Neha Bora, eine 29-jährige Aktivistin mit mehr als einer Million Instagram-Followern, ist zu einem prominenten Gesicht der Unruhen geworden, nachdem die Polizei sie mehrfach festgenommen hatte, als sie am Protestort in der Hauptstadt über Absperrungen sprang. Am Wochenende zeigte sie auf Instagram ihre Blutergüsse und gelobte, weiter zu protestieren.
Morgen werden wir wieder marschieren
Der Stand-up-Comedian Brijesh Jha veröffentlichte am 29. September ein Parodie-Video, in dem er behauptete, Gyanesh Kumar habe im Auftrag der BJP Millionen von Wählern entrechtet, und es erreichte 1,7 Millionen Aufrufe. Meta, dem Instagram gehört, entfernte das Video zwei Tage später unter Berufung auf „lokale Gesetze“, ohne weitere Erklärung. Jha sagte gegenüber Al Jazeera, er fühle sich hilflos, nachdem er seine Stimme verloren habe, die er als das Einzige beschrieb, was er in dem Land habe.
Quellen
- India
AP NEWS · 10. Okt. - Los jóvenes de India se ponen en la línea de fuego para ser escuchados
The New York Times · 10. Okt. - India Cancels Trains, Floods Capital with Police to Block Protests
The New York Times · 9. Okt. - सीजेपी का आरोप- देश भर से जंतर-मंतर आ रहे समर्थकों को हिरासत में लिया गया
BBC · 9. Okt. - Voter-Roll Protests Put India's Institutions in Focus
Bloomberg Business · 9. Okt. - Access Asia - India protests grow over Election Commission mistrust
France 24 · 9. Okt. - Satire silenced: Indian artists face censorship as anti-Modi protests grow
Al Jazeera Online · 9. Okt. - Why India's Voter Roll Overhaul Is So Controversial
Bloomberg Business · 9. Okt.