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Diplomatie · · 8 Quellen

IAEA-Gouverneursrat verweist Iran mit 23:3-Stimmen an den UN-Sicherheitsrat wegen Nuklearinspektionen

Der Gouverneursrat der IAEA stimmte am Mittwoch mit 23 zu 3 Stimmen dafür, Iran dem UN-Sicherheitsrat zu melden, mit der Begründung blockierter Inspektionen und ungeklärter Uranspuren an nicht deklarierten Standorten.

Abstimmung in Wien

Der 35-köpfige Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation stimmte am Mittwoch dafür, Iran dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu melden. Die von den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland gemeinsam eingebrachte Resolution wurde mit 23 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 8 Enthaltungen angenommen. China, Russland und Niger stimmten gegen den Text, während ein Mitgliedsstaat aufgrund von Stimmrechtsrückständen nicht teilnahm. Die Maßnahme weist IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi an, die offizielle Feststellung der Nichteinhaltung an den Sicherheitsrat zu übermitteln – die erste derartige Überweisung seit 20 Jahren.

Abstimmung im IAEA-Gouverneursrat über die Iran-Überweisung
Stimmen
Dafür23
Enthaltungen8
Dagegen3
Nicht abgestimmt1

Vorräte und blockierter Zugang zu Anlagen

Der Überweisung liegen ungeklärte Ermittlungen zu Uranspuren zugrunde, die von Inspektoren der Behörde an mehreren nicht deklarierten Orten im Iran entdeckt wurden. Westliche Regierungen vermuten, dass diese Spuren ein Hinweis auf nicht deklarierte Aktivitäten im Bereich von Kernwaffen sein könnten, die vor 2003 durchgeführt wurden, obwohl die iranischen Behörden darauf bestehen, dass die nukleare Entwicklung des Landes vollständig zivil bleibt. Internationale Inspektoren haben seit Juni 2025 keinen Zugang zu wichtigen iranischen Nuklearanlagen, als die USA und Israel während einer 12-tägigen militärischen Konfrontation Angriffe durchführten. Anlagen, darunter die Urananreicherungsanlagen in Natanz und Fordo, erlitten bei späteren Militäroperationen, die am 28. Februar 2026 begannen, weitere Schäden. Die IAEA schätzt, dass Iran etwa 400 Kilogramm hochangereichertes Uran besitzt, während hochrangige US-Vertreter den Vorrat an 60% angereichertem Material bei Ausbruch des Konflikts im Februar 2026 auf rund 440 Kilogramm bezifferten.

Wichtige Meilensteine im Stillstand der iranischen Nuklearinspektionen
12. Juni IAEA-Gouverneursrat stellt fest, dass Iran seinen Nichtverbreitungspflichten nicht nachkommt
28. Feb. USA und Israel starten Militärschläge gegen iranische Nuklearanlagen, darunter Natanz und Fordo
7. Sept. Iran droht mit Vergeltung, falls die IAEA eine Überweisungsresolution verabschiedet
9. Sept. IAEA-Gouverneursrat stimmt mit 23 zu 3 Stimmen für die Überweisung Irans an den UN-Sicherheitsrat

Diplomatische Folgen und Stellungnahmen

Iranische Vertreter wiesen die IAEA-Resolution zurück und behaupteten, die anhaltenden Störungen der Inspektionen seien ausschließlich auf ausländische Militärschläge gegen geschützte Anlagen zurückzuführen. Der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi verurteilte die Entscheidung in einer öffentlichen Stellungnahme nach der Abstimmung.

Sie greifen Irans geschützte Nuklearanlagen an, stören den normalen Überprüfungsprozess und nutzen dann genau diese Störung als Vorwand, um eine Resolution zu verabschieden.

— Kazem Gharibabadi

Der ständige Vertreter Irans bei der IAEA, Reza Najafi, erklärte dem Staatsfernsehen, dass der Ausgang der Abstimmung durch westlichen politischen Druck bestimmt worden sei.

Diese Resolution wurde unter politischem Druck der USA und ihrer Verbündeten verabschiedet und ist unserer Ansicht nach unbegründet und wird zu keinem Ergebnis führen.

— Reza Najafi

Die Europäische Union gab eine Erklärung ab, in der sie Teheran aufforderte, aktualisierte überprüfbare Angaben über die Menge und den Standort sämtlichen Nuklearmaterials zu machen, während die iranische Mission bei den Vereinten Nationen erklärte, dass Teheran sich äußerem Zwang nicht beugen werde.

Aussichten im Sicherheitsrat

Die Entscheidung bringt die iranische Nuklearakte vor den UN-Sicherheitsrat, wo die Verhängung verbindlicher Sanktionen oder formeller Strafmaßnahmen auf strukturellen Widerstand stößt. Sowohl China als auch Russland verfügen im Rat über ein ständiges Vetorecht und stimmten am Mittwoch in Wien ausdrücklich gegen die Resolution. Der leitende Analyst der International Crisis Group, Ali Vaez, stellte fest, dass der russische und chinesische Widerstand die westlichen Bemühungen um Durchsetzungsmaßnahmen in New York voraussichtlich blockieren werde. Teheran hat erklärt, dass die Wiederaufnahme der Inspektionen durch die Behörde im Rahmen einer umfassenden diplomatischen Regelung zur Beendigung des Konflikts mit den USA und Israel erfolgen müsse.

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Quellen