Ukraine greift russische Arktis-Gasterminals an – Großbritannien erhebt Anklage gegen Mann wegen Sabotageplans
Ukrainische Streitkräfte haben Langstreckenangriffe auf Gasterminals in der russischen Arktis in der Region Jamal-Nenzen durchgeführt, während britische Staatsanwälte einen Mann in London anklagten, der Sabotage für den russischen Militärgeheimdienst vorbereitet haben soll.
Langstreckenangriffe auf russische Energieinfrastruktur
Ukrainische Spezialkräfte griffen zwei Erdgasanlagen in der russischen Arktisregion Jamal-Nenzen an, etwa 3.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Zu den Zielen gehörten Anlagen in Nowy Urengoi und im Bezirk Purowski, Gebiete, die etwa 80 % der russischen Erdgasförderung liefern. Der ukrainische Waffenhersteller Fire Point erklärte, dass sein Marschflugkörper Flamingo während des Einsatzes über 3.300 Kilometer zurückgelegt habe. Ukrainische Angriffe trafen auch den Schwarzmeer-Marinestützpunkt und ein Ölverladeterminal in Noworossijsk, sowie Langstreckendrohnenangriffe auf Lagerhäuser der russischen Einzelhändler Wildberries und Ozon. Als Reaktion auf die ukrainischen Luftangriffe meldete das russische Verteidigungsministerium, dass über Nacht 448 Drohnen in mehreren Regionen abgefangen worden seien. Der Regionalgouverneur Alexander Gusew bestätigte, dass 19 Drohnen über Woronesch zerstört wurden, wobei Trümmer in Borissoglebsk eine Frau töteten und zwei Menschen verletzten.
Anstieg russischer Düsen-Drohnenangriffe
Russische Streitkräfte setzten im August täglich neue turbojetgetriebene Geran-Drohnen ein. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe stieg die monatliche Anzahl der gestarteten Düsen-Drohnen von 350 im Juni auf 1.600 im Juli und erreichte im August 2.800. Diese Munition fliegt mit Geschwindigkeiten von über 480 km/h und fordert die ukrainische Luftabwehr heraus, die zuvor 94 % der langsameren Propellerdrohnen abgefangen hatte. Am 1. September tötete eine Welle von Düsenangriffen 12 Menschen und verletzte 20 in der gesamten Ukraine, darunter sechs Eisenbahner in einem Depot in Kiew.
Die Militärtechnologie-Expertin Dr. Marina Miron wies auf den operativen Vorteil der schnelleren Systeme hin:
Der Grund für die Umstellung auf düsengetriebene Drohnen ist, dass sie viel schneller sind als die vorherige Generation und es für die Ukraine viel schwieriger machen, sie abzufangen.
| Juni 2026 | 350 |
|---|---|
| Juli 2026 | 1600 |
| August 2026 | 2800 |
Brite wegen russischem Sabotagekomplott angeklagt
In London erhob die Kronanwaltschaft Anklage gegen den 31-jährigen britischen Staatsbürger Joshua Cammidge nach dem National Security Act wegen Beihilfe zu einem ausländischen Geheimdienst und Vorbereitung eines Sabotageakts. Beamte der Londoner Terrorismusbekämpfung und der Polizei von Wiltshire nahmen Cammidge am 4. September in Swindon fest. Die Staatsanwaltschaft erklärte, Cammidge habe mit einem Vertreter des GRU Volunteer Corps kommuniziert und von diesem Anweisungen erhalten, einer Organisation, die von der britischen Regierung im Juli verboten wurde. Personen, die wegen unrechtmäßiger Unterstützung der Gruppe verurteilt werden, müssen mit Haftstrafen von bis zu 14 Jahren rechnen.
Der britische Sicherheitsminister Dan Jarvis äußerte sich in einer offiziellen Stellungnahme zu der Festnahme:
Ich weiß, dass die Menschen über die jüngsten Vorfälle in ganz Europa besorgt sein werden, die darauf abzielen, Angst zu säen, Störungen zu verursachen und die Unterstützung für die Ukraine zu untergraben. Sie werden damit keinen Erfolg haben.
| 2026-07 | Großbritannien stuft GRU Volunteer Corps als nationale Sicherheitsbedrohung ein |
|---|---|
| 2026-09-01 | Russische Düsen-Drohnenwelle trifft Kiewer Bahndepot und tötet 12 Menschen |
| 2026-09-04 | Terrorismusbekämpfungsbeamte nehmen Joshua Cammidge in Swindon fest |
| 2026-09-09 | Kronanwaltschaft klagt Cammidge wegen Vorbereitung von Sabotage an |
| 2026-09-10 | Ukrainische Spezialkräfte bestätigen Angriffe auf Arktis-Gasanlagen in Jamal-Nenzen |
Luftraumsperrungen und Ermittlungen zu Auslandstrainings
Der regionale Flugverkehr war beeinträchtigt, als die moldauischen Behörden den nationalen Luftraum aufgrund einer Drohnenwarnung schlossen und einen Flug mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach Oslo sowie drei kommerzielle Abflüge und vier Ankünfte verzögerten. Die moldauische Präsidentin Maia Sandu verurteilte die Drohneneinfälle als Gefahr für die öffentliche Sicherheit, nachdem ein Angriff auf den Grenzübergang Starokosache zwei Menschen getötet und drei verletzt hatte. Unabhängig davon berichtete ein durchgesickertes Geheimdienstmemorandum, das für den australischen Auslandsgeheimdienst erstellt wurde, dass das private Militärausbildungsunternehmen Alfa-Metal westliche Spezialeinheitsveteranen angeheuert habe, um russisches Personal in Lagern in Bulgarien und Serbien auszubilden. Die Kurse kosteten etwa 4.000 Euro pro Person, wobei die Ausbilder von der SAS, den US Navy Seals und den Australian Commandos rekrutiert wurden.
Quellen
- Woman killed in drone attack on Russia's Voronezh region, governor says
Reuters · 10. Sept. - British man charged with aiding Russian spies in UK sabotage plot
AP NEWS · 9. Sept. - UK man charged with assisting Russian intelligence-linked group
Reuters · 9. Sept. - Russia outpacing Ukraine's air defences with daily use of new jet-powered drones
BBC · 10. Sept. - SAS veterans 'training Russians to fight in Ukraine', according to leaked intel memo
Irish Independent · 10. Sept. - Zelenskyy's big bet: Ukraine can outlast Russia
POLITICO · 10. Sept. - Ukraine war briefing: Arctic attack extends Kyiv's strike reach into Russian gas heartland
The Guardian · 10. Sept. - UK man charged with assisting Russian military spies in sabotage plot
Al Jazeera Online · 9. Sept.