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Shamonda-Virus: Frankreich meldet ersten menschlichen Fall, Spanien und Portugal mahnen zur Ruhe

In Frankreich ist ein Patient gestorben, nachdem er sich als erster bekannter Mensch mit dem Shamonda-Virus infiziert hatte – einem Erreger, der normalerweise Rinder befällt. Die WHO hält den Fall für isoliert, Spaniens und Portugals Behörden sehen keinen Grund zur Beunruhigung.

Ein erster menschlicher Fall in Frankreich

Die französischen Behörden meldeten die erste bekannte Infektion eines Menschen mit dem Shamonda-Virus; der Patient starb. Nach Angaben des ECDC war der Patient stark immungeschwächt und starb Anfang Oktober, der Fall wurde am 22. Oktober öffentlich. Die Behörden sprachen von einem Ausnahmefall bei einem Patienten mit schwer geschwächtem Immunsystem und erklärten, derzeit bestehe keine Gefahr für die Öffentlichkeit. Der Patient wurde wegen einer schweren Erkrankung in einem Krankenhaus in Lyon behandelt und entwickelte neurologische Komplikationen, die nach ersten Erkenntnissen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Virus zusammenhingen. Die Gesundheits- und Landwirtschaftsministerien teilten am Donnerstag, 22. Oktober, mit, der Patient sei vermutlich im Osten Frankreichs von einer infizierten Gnitze gestochen worden, wo im Frühjahr erstmals Tierfälle festgestellt worden waren. Wie das Virus auf einen Menschen gelangte, ist weiterhin unklar.

Signale von WHO und ECDC

Die Weltgesundheitsorganisation hat noch keine eigene formale Risikobewertung vorgenommen, doch die verfügbaren Informationen zu ähnlichen Krankheiten deuten auf einen Einzelfall hin. WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte, eine weitere Ausbreitung sei derzeit unwahrscheinlich; eine solche Bewertung könne Wochen oder Monate dauern. Das ECDC untersucht den Fall gemeinsam mit französischen und europäischen Partnern. Die WHO wies zudem darauf hin, dass die Ausbreitungsfähigkeit von durch Gnitzen übertragenen Viren in den kälteren Monaten des Jahres generell abnimmt. Bislang galt das Shamonda-Virus auch nach jahrzehntelanger Zirkulation in Afrika und Asien als nicht auf den Menschen übertragbar.

Das Virus und sein Vektor

Das Shamonda-Virus ist ein Orthobunyavirus und eng verwandt mit dem Schmallenberg-Virus, das seit 2011 in Europa beobachtet wird. Es ist seit den 1960er Jahren in Afrika bekannt und befällt vor allem Rinder, Fälle wurden aber auch bei Schafen, Ziegen, Alpakas und Pferden registriert. Infizierte Milchviehherden können Fieber und Durchfall zeigen und weniger Milch geben. Sara Epis, Professorin für Parasitologie an der Universität Mailand, sagte gegenüber Adnkronos, die Vektoren seien winzige Stechmücken namens Culicoides, die auch in Italien vorkommen. Sie betonte, die Beweislage sei noch dünn:

Es gibt noch keinen experimentellen Nachweis dafür, dass dieses Virus von Culicoides übertragen wird.

— Sara Epis

Epis sagte, Culicoides obsoletus – eine weit verbreitete Art, die sich vor allem von Wiederkäuern ernährt, aber auch Menschen stechen kann – sei einer der aussichtsreichsten Kandidaten. Die zentralen Daten des menschlichen Falls und der Tierfunde sind unten aufgeführt.

Zentrale Daten zum Shamonda-Virus-Fall und zu den Tierfunden
Anfang Oktober 2026Ein immungeschwächter Patient in Frankreich stirbt, so das ECDC
2026-10-20Shamonda-Virus auf drei Milchviehbetrieben in Girona, Spanien, bestätigt
2026-10-22Frankreichs erster Shamonda-Fall beim Menschen wird öffentlich

Spanien und Portugal reagieren

Spaniens Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung teilte mit, es beobachte die Lage nach Nachweisen bei Nutztieren in mindestens sechs Provinzen in den vergangenen Wochen. Das nationale Referenzlabor in Algete bestätigte Shamonda-Virus Typ 1 in Betrieben in Córdoba, Toledo, Ávila, Madrid und Girona, wo am 20. Oktober drei Milchviehbetriebe betroffen waren, während Kantabrien Typ 2 zertifizierte. In Andalusien sagte der Regionalrat für Landwirtschaft, Ramón Fernández-Pacheco, die beiden Ausbruchsherde in Córdoba und Cádiz hätten sich selbst reguliert; er bezeichnete den Fall als isoliert und die Lage als völlig normal. Die Bauernvereinigung Unión de Uniones mahnte zur Vorsicht und zum Vertrauen auf offizielle Quellen und bat das Ministerium um bessere Kommunikation und mehr Mittel für die Erforschung von Tierkrankheiten. Kataloniens Sekretär für öffentliche Gesundheit, Esteve Fernández, sagte, das Virus versetze die Region nicht in Alarmbereitschaft, und räumte ein, es sei unbekannt, ob das Virus den Tod verursacht habe:

Wir wissen nicht, ob es den Tod verursacht hat, ob es in irgendeiner Weise dazu beigetragen hat oder wie die Infektion zustande kam.

— Esteve Fernández

In Portugal sagte Landwirtschaftsminister José Manuel Fernandes, es gebe keinen Grund zur Beunruhigung, das Virus habe Rinder infiziert, darunter eine Herde in Planalto Mirandês, und es verursache keine Todesfälle bei Tieren. Er sagte, es gebe noch keinen Plan; derzeit seien Überwachung und Vorbeugung die Antwort, und er forderte eine schnellere EU-weite Forschung zu wirksamen und bezahlbaren Impfstoffen:

Wir werden keinen Alarm auslösen, der derzeit nicht gerechtfertigt ist.

— José Manuel Fernandes

Zuvor hatte ein Tierarzt der ADS Palaçoulo der Nachrichtenagentur Lusa gesagt, die Untersuchung von Rindern auf das Virus koste mehr als 30 Euro – ein erheblicher Aufwand für eine Herde von 50 Kühen, sobald Symptome auftreten.

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Quellen