Deutsche Polizei ermittelt zu Sabotage am Stromnetz nach Angriffen, die 4.200 MW aus Kraftwerken abtrennten
Die Täter setzten pyrotechnische Drahtschleudern ein, um Kurzschlüsse an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen auszulösen und fünf Kohlekraftwerksblöcke vom Netz zu trennen.
Koordinierte Angriffe auf regionale Stromanlagen
Deutsche Behörden untersuchen getrennte Angriffe auf die Strominfrastruktur in West- und Ostdeutschland, die am 1. September 2026 stattfanden. In Nordrhein-Westfalen unterbrach ein Sabotageakt an einem Umspannwerk bei Bergheim und Rommerskirchen die Stromversorgungsleitungen und erzwang die Trennung von fünf Braunkohlekraftwerksblöcken der RWE Power. Die betroffene Anlage hat eine Gesamtkapazität von 4.200 Megawatt und versorgt etwa 10 % des deutschen Strombedarfs. Der Netzbetreiber Amprion und die örtlichen Versorgungsunternehmen vermieden Stromausfälle für Verbraucher, indem sie die Stromversorgung über alternative Verbindungen und erneuerbare Quellen umleiteten. Stunden zuvor in Brandenburg schlugen die Täter das Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde, 20 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, an. Dieser Angriff beschädigte Freileitungen und trennte kurzzeitig den Block B, bevor durch alternative Leitungen die Stabilität wiederhergestellt wurde.
Pyrotechnische Abschussvorrichtungen und technische Methoden
Ermittler in beiden Bundesländern identifizierten ähnliche technische Mechanismen zur Lahmlegung von Hochspannungsleitungen. Der Kölner Kriminalpolizeidirektor Michael Esser berichtete, dass die Täter spezielle Abschussvorrichtungen gebaut hätten, um leitfähige Drähte über Freileitungen zu schleudern und so gezielte Kurzschlüsse auszulösen. Der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bestätigte, dass die Sicherstellung dieser Abschussvorrichtungen ein starkes Indiz für die vorsätzliche Störung öffentlicher Versorgungseinrichtungen und verfassungsfeindliche Sabotage sei. Forensische Teams in Nordrhein-Westfalen untersuchen die geborgenen Geräte auf DNA-Spuren und gehen davon aus, dass die Vorrichtungen bereits Tage zuvor in nahegelegenen Feldern platziert wurden. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann informierte den Innenausschuss des Landtags, dass nur eines von über einem Dutzend Geschossen sein Ziel nahe Jänschwalde erreicht habe.
Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass die Täter bereits mehrere Tage zuvor vor Ort waren und die entsprechenden Vorrichtungen installiert haben.
Weitergehende Bedrohungen kritischer Infrastruktur
Die Angriffe auf die Umspannwerke fallen mit einer wachsenden Serie von Sicherheitsvorfällen zusammen, die im vergangenen Monat auf Verkehrs- und Energie-Knotenpunkte in ganz Deutschland abzielten. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul gaben bekannt, dass Bundesbehörden Russland für einen Vorfall Anfang August am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich machen, bei dem Sicherheitskräfte eine mit Sprengstoff bestückte Drohne nahe eines Antonow An-124-Frachtflugzeugs entdeckten. In derselben Nacht kollidierte ein DHL-Transportflugzeug mit einem unbekannten Flugobjekt und musste nach Hannover ausweichen. Ermittler bargen anschließend am 14. August 2026 eine dritte Drohne in Kabelsketal. Am 2. September 2026 verletzte eine Explosion am Augsburger Hauptbahnhof zwei Menschen, was Bundes- und Landesbehörden zur Koordinierung regionaler Gefährdungseinschätzungen veranlasste.
Wir haben es hier mit einem hybriden Angriffsszenario zu tun. Zum ersten Mal wurde eine Drohne mit Sprengstoff auf dem Flughafengelände aufgefunden. Wir müssen uns der Bedrohung bewusst sein.
Wiederherstellungsarbeiten und Ermittlungen zu Extremisten
Die Netzbetreiber begannen am 2. September 2026 mit der Wiederzuschaltung der getrennten Kraftwerksblöcke. Der erste Braunkohleblock in Westdeutschland wurde am Mittwochmorgen wieder ans Netz genommen, und die Rückkehr von 1.600 Megawatt Kapazität bis zum Wochenende ist geplant. Während die Bundesanwaltschaft mögliche staatlich gesteuerte hybride Operationen untersucht, prüfen die Landesbehörden auch inländische extremistische Netzwerke. Im Januar 2026 legte ein Brandanschlag der linksextremen Vulkan-Gruppe auf eine Berliner Kabelbrücke die Stromversorgung von 50.000 Haushalten und Unternehmen lahm. Daten des Bundeskriminalamts verzeichneten für 2025 landesweit 321 Sabotagefälle an kritischer Infrastruktur, von denen viele ungeklärt blieben. Die Polizei in Essen, Köln und Brandenburg setzt ihre aktiven Fahndungen in den Trassenkorridoren fort.
| Nacht vom 4. auf den 5. August 2026 | Sprengstoffbeladene Drohne nahe ukrainischem Frachtflugzeug An-124 am Flughafen Leipzig/Halle gefunden, und DHL-Flug kollidiert mit Objekt. |
|---|---|
| 2026-08-14 | Dritte Drohne auf einem Feld in Kabelsketal nahe dem Flughafen Leipzig/Halle entdeckt. |
| 1. September 2026, morgens | Pyrotechnische Vorrichtungen beschädigen Stromleitungen in Turnow-Preilack und legen Block B des Kraftwerks Jänschwalde still. |
| 1. September 2026, 16:00 Uhr | Sabotage an Umspannwerken in Bergheim und Rommerskirchen trennt fünf Braunkohleblöcke mit insgesamt 4.200 MW vom Netz. |
| 2026-09-02 | Explosion am Augsburger Hauptbahnhof verletzt zwei Menschen, während die Polizei die Ermittlungen zur Infrastruktur fortsetzt. |
Quellen
- Cztery incydenty w kilka dni, jeden wspólny mianownik. Niemcy szukają odpowiedzi
Rzeczpospolita · 2. Sept. - Niemcy: Po sabotażu koło Kolonii śledczy znaleźli wyrzutnie pirotechniczne, widzą podobieństwa do ataku w Brandenburgii
wnp.pl · 2. Sept. - "Sami jesteśmy sobie winni". O to chodzi w rosyjskich atakach hybrydowych
Rzeczpospolita · 2. Sept. - Kolejny atak sabotażu w Niemczech. Uszkodzona infrastruktura energetyczna na zachodzie kraju
NIEZALEZNA.PL · 2. Sept. - Drony, eksplozja, ładunki wybuchowe. Co wiadomo o incydentach w Niemczech
TVN24 · 2. Sept. - Ładunki wybuchowe nieopodal niemieckiej elektrowni. Nowe ustalenia władz
Polska Agencja Prasowa SA · 2. Sept. - Niemcy: MSW Brandenburgii: sabotaż sieci energetycznej nie przypomina dotychczasowych ataków ekstremistów
wnp.pl · 2. Sept. - Paraliż elektrowni niedaleko Kolonii. Podejrzenie sabotażu
Deutsche Welle · 2. Sept.