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Amnesty: 40 Tote bei Überfall auf das Dorf Binnari im nigerianischen Bundesstaat Taraba

Bewaffnete Männer auf etwa 50 Motorrädern haben am Freitag, 23. Oktober, das Dorf Binnari im Bundesstaat Taraba überfallen. Die Polizei meldete zunächst zehn Leichen, Amnesty International geht inzwischen von 40 Toten aus.

Überfall auf das Dorf Binnari

Bewaffnete überfielen am Freitag, 23. Oktober, kurz nach dem Mittagsgebet das Dorf Binnari im Gebiet Karim Lamido im Bundesstaat Taraba im Nordosten Nigerias. Nach Angaben der Polizei kamen die Angreifer auf etwa 50 Motorrädern, jeweils zwei Männer pro Maschine, und der Amoklauf dauerte bis zu vier Stunden. Polizei und Überlebende berichten von geplünderten Geschäften, aus denen Bargeld, Lebensmittel und andere Vorräte mitgenommen wurden; zudem nahmen die Angreifer Motorräder mit, die die Bewohner auf der Flucht zurückgelassen hatten. Amnesty International erklärte, die Bewaffneten hätten außerdem Lebensmittel, Häuser, Geschäfte und Motorräder in Brand gesteckt, und einige Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Zeitleiste des Angriffs auf das Dorf Binnari, 23. bis 24. Oktober 2026
Freitag, 23. Oktober, nach dem MittagsgebetBewaffnete auf etwa 50 Motorrädern überfallen das Dorf Binnari, plündern Geschäfte und stecken Häuser in Brand; der Amoklauf dauert bis zu vier Stunden
Freitag, 23. Oktober, abendsDie Polizei meldet, bis zu diesem Zeitpunkt seien zehn Leichen mit Schusswunden geborgen worden
2026-10-24Die Polizei teilt mit, die Angreifer seien geflohen; die Beamten durchsuchen den Busch nach weiteren Opfern
24. Oktober, im weiteren TagesverlaufAmnesty International meldet, die Zahl der Toten sei auf 40 gestiegen, nachdem weitere Leichen gefunden wurden

Opferzahl und konkurrierende Angaben

Die Polizei meldete zunächst zehn bis Freitagabend, 23. Oktober, geborgene Leichen, nachdem Beamte auf einen Notruf reagiert hatten. Am Samstag, 24. Oktober, erklärte Amnesty International, die Zahl der Toten sei auf 40 gestiegen, da weitere Leichen gefunden worden seien. Überlebende, die mit AFP sprachen, zählten mindestens 20 Tote, und Amnesty-Nigeriadirektor Isa Sanusi sagte, einige trauernde Familien gingen von bis zu 50 Toten aus. Sanusi sagte zudem der BBC, bei einem ersten Begräbnis seien 37 Menschen beigesetzt worden. Die Polizei erklärte, sie durchsuche weiterhin den Busch nach weiteren Opfern, und warnte, die Zahl könne noch steigen; die Angaben sind daher nicht abschließend.

Gemeldete Opferzahlen nach Quelle, Angriff auf das Dorf Binnari
Tote
Polizei, Stand Freitagabend, 23. Oktober10
Überlebende (mindestens), laut AFP20
Amnesty International, 24. Oktober40
Trauernde Familien (bis zu), laut Isa Sanusi50

Reaktion der Polizei und Vorwürfe gegen die Behörden

Die Polizei teilte mit, die Angreifer seien bereits geflohen gewesen, als die Beamten eintrafen, und die Einsatzkräfte patrouillierten weiter in der Gegend, um Ruhe wiederherzustellen. Polizeikommissar Victor Mshelizah beschrieb die Reaktion mit diesen Worten:

Es gelang uns, die unbekannten Bewaffneten zu zerstreuen, wobei es auf ihrer wie auf unserer Seite keine Opfer gab, weil das Gelände schwierig ist und sie sich dort auskennen.

— Victor Mshelizah

Die Beamten durchsuchten zudem den umliegenden Busch nach Menschen, die getötet oder verletzt worden sein könnten. Amnesty International warf den nigerianischen Behörden vor, ländliche Gemeinden nicht zu schützen, und erklärte, die Reaktion aus Abuja habe sich auf Erklärungen beschränkt, was die Organisation als unzureichend bezeichnete. Das wiederholte Versäumnis der Regierung, mutmaßliche Täter zur Rechenschaft zu ziehen, fördere die Straflosigkeit, hieß es. Die Berichterstattung enthielt keine Informationen zur Identität der Angreifer oder zu Festnahmen.

Weite Unsicherheit in Nigeria

Nigeria ist in mehreren Regionen Angriffen bewaffneter Gruppen ausgesetzt, darunter im Nordwesten, im Nordosten und in den zentralen Gebieten. Im Nordwesten und in den zentralen Landesteilen hat das Banditenunwesen zugenommen: Banden überfallen Dörfer, entführen Menschen für Lösegeld und erheben „Steuern“ von Bauern oder Bergleuten in ländlichen Gebieten, in denen der Staat kaum präsent ist. Taraba ist derselben Art von Banditengefahr ausgesetzt, die nicht ideologisch motiviert ist. Unabhängig davon kämpft das Land seit fast zwei Jahrzehnten im Nordosten gegen einen dschihadistischen Aufstand; das nigerianische Militär erklärte am Samstag, 24. Oktober, es habe bei einem Luftangriff im Bundesstaat Borno 15 „Terroristen“ getötet.

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Quellen